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NATO-Söldner im Ukraine-Krieg: Polen und 16.000 ausländische Kämpfer an der Front
8-08-2026, 08:52
von Dr. Peter F. Mayer

Die Ukraine stützt sich in zunehmendem Maß auf ausländische Kämpfer, um die eigenen personellen Verluste auszugleichen. Das geht aus jüngsten Berichten und offiziellen Angaben hervor.
Military Watch Magazine dokumentiert sowohl die wachsende Rolle polnischer Kampfverbände als auch die Gesamtzahl ausländischer Kontraktoren. Die ukrainische Militär-Ombudsfrau Olga Reshetilova hat bestätigt, dass derzeit rund 16.000 ausländische Freiwillige und Kontraktoren aus mindestens 72 Ländern in den ukrainischen Streitkräften dienen. Fast 40 Prozent davon stammen aus lateinamerikanischen Staaten, insbesondere Kolumbien. Die hohen Soldzahlungen – Berichten zufolge im Durchschnitt um die 6.700 US-Dollar monatlich – machen den Einsatz für Männer aus Ländern mit deutlich niedrigerem Einkommensniveau attraktiv.
Diese Zahlen unterstreichen die dramatische Personalkrise der ukrainischen Armee nach mehr als vier Jahren intensiver Kämpfe. Eigene Reserven reichen nicht mehr aus, um die Verluste an der Front zu ersetzen. Ausländische Kämpfer werden gezielt in Sturm- und Infanterieeinheiten eingesetzt.
Polnische Präsenz an der Front
Besonders auffällig ist die Rolle polnischer Kämpfer. Russische Einheiten melden wiederholt die Identifizierung polnischer Söldner in Kampfzonen. Sie tragen NATO-Uniformen, verwenden polnische Waffen und werden an ihrer Sprache erkannt. In Gefechten um Ortschaften wie Krasnojarskoje und Konstantinowka wurden solche Gruppen gesichtet und teilweise durch Drohnenangriffe zum Rückzug gezwungen.
Polnische Verbände, darunter das Polish Volunteer Corps, spielen seit längerem eine zentrale Rolle in ukrainischen Angriffseinheiten. Berichte über polnische Spezialkräfte und Söldner reichen bis in die Anfangsphase des Krieges zurück. Das polnische Parlament hat zudem gesetzliche Regelungen geschaffen, die Bürgern, die in der Ukraine kämpfen, rechtlichen Schutz bieten.
Proxy-Krieg mit westlicher Manpower
Was hier sichtbar wird, ist die Fortsetzung eines Proxyskriegs mit anderen Mitteln. Offiziell entsendet kein NATO-Staat reguläre Truppen. Gleichzeitig füllen tausende Bürger aus NATO-Ländern – allen voran aus Polen – sowie angeworbene Kämpfer aus Lateinamerika die Lücken in den ukrainischen Reihen. Die Grenze zwischen „Freiwilligen“, „Kontraktoren“ und de-facto-Söldnern verschwimmt.
Die Abhängigkeit von ausländischen Kämpfern zeigt die Grenzen der ukrainischen Durchhaltefähigkeit. Je länger der Konflikt andauert, desto stärker muss Kiew auf externe Manpower zurückgreifen. Für die Herkunftsländer, insbesondere Polen, bedeutet dies eine schleichende Verwicklung, auch wenn sie formal als private Initiative dargestellt wird. Der Preis wird in erster Linie von den Männern an der Front bezahlt – ukrainischen wie ausländischen.
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