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Ohrfeige für Merz: Gefeuerter Minister wird gefeiert wie ein Held | NIUS Live

31-07-2026, 06:29

Es hätte ein Befreiungsschlag werden sollen, geworden ist es ein Offenbarungseid. Bei der Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sollte Kanzler Friedrich Merz die Wogen glätten. Stattdessen zeigt sich: Der Frust an der Basis ist gewaltig, und die Union steht so schlecht da wie nie zuvor in ihrer Geschichte.

Immerhin ein Lichtblick für Merz: Thorsten Frey wird mit sensationellen 91,9 Prozent zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt und löst damit Jens Spahn ab, der nach der Leihmutteraffäre stürzte. Doch der wahre Paukenschlag folgt kurz danach. Die Verabschiedung des gefeuerten Verkehrsministers Patrick Schnieder gerät zum Triumphzug. Minutenlanger Jubel für den Mann, den der Kanzler geschasst hat. Eine Ohrfeige, die im ganzen Land zu hören war.

Merz selbst spricht von einer „fairen und respektvollen Aussprache“ mit 15 Wortmeldungen. Doch was Insider berichten, klingt anders: Die Stimmung sei „unterirdisch“, ein CDA-Chef Dennis Radke vergleicht die Lage sogar mit der Spendenaffäre unter Helmut Kohl und damit mit jenem Ereignis, das einst das Ende einer Kanzlerschaft einläutete. Und CSU-Chef Markus Söder? Der sticheln lässt es sich nicht nehmen und bringt ausgerechnet Jens Spahn als möglichen Comeback-Kandidaten ins Spiel.

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache: Laut Forsa würden aktuell nur 15 Prozent aller Wahlberechtigten die Union wählen – der schlechteste Wert der Bundesrepublik-Geschichte. In Sachsen liegt die AfD bei 42 Prozent, die Union nur noch bei 21 Prozent. Merz selbst räumt ein: Die Union repräsentiere die gesellschaftliche Mitte nicht mehr.

Ist der Kanzler nur noch ein Kanzler auf Abruf? Wie tief sitzt der Riss zwischen den Lagern in der Union? Und was bedeutet das für die Sommerpause?

Bei NIUS Live sprachen die stellv. NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss und NIUS-Reporter Alexander Kissler mit Moderator Nobert Dobeleit über das Thema.
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