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Vorstoß für deutsch-dänische Strompreiszone: Seidler fordert Umdenken in Berlin
Südschleswigsche Wählerverband 10-06-2026, 15:50 Wirtschaft, Energie
"Unser Strommarkt ist ineffizient, viel zu teuer und der Norden zahlt die Zeche. Wir brauchen endlich eine offene Debatte, wie wir die günstige und grüne Energie aus Norddeutschland sinnvoll für das gesamte Land nutzen, statt sie wegen Netzengpässen dauernd abzuschalten. Viel zu lange schon klammert Berlin sich an den politisch gewollten Status quo der einheitlichen Strompreiszone, der die Realität der Energiewende ignoriert", erklärt der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler zum heute in Brüssel vorgestellten Konzept der IHK Schleswig-Holstein für eine gemeinsame deutsch-dänische Strompreiszone.
Das Konzept sieht vor, Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsam mit der westdänischen Strompreiszone DK1 als Modellregion zu etablieren für faire Strompreise, minimale Netzengpässe und eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien im europäischen Verbund.
Seidler betont: "Im Norden produzieren wir längst den günstigen und sauberen Strom, profitieren aber nicht davon. Unser Strommarkt setzt falsche Anreize und blendet strukturelle Engpässe aus. Zu häufig müssen wir unsere Stromproduktion abregeln, weil die Stromautobahnen in den Süden überlastet sind. Eine gemeinsame Strompreiszone mit Dänemark kann genau hier ansetzen: überschüssiger Strom würde besser genutzt, Preisschwankungen besser ausgeglichen und das Stromnetz entlastet. So könnten wir die sogenannten Redispatchkosten im Bund erheblich mindern. Das bestätigen auch die Analysen des Frauenhofer-Instituts."
Zugleich sieht Seidler darin einen wichtigen Baustein für regionales Wirtschaftswachstum und für die Dekarbonisierung der Industrie:
"Klar ist die Erwartung, dass sich auch mehr Unternehmen bei uns im Norden ansiedeln würden, weil sie den Vorteil darin erkennen, grün zu wirtschaften und von geringen Strompreisen zu profitieren. Gerade für die Wasserstoffwirtschaft liegt hier enormes Potenzial. Statt Windräder abzuschalten, können wir überschüssige Energie gezielt für die Produktion von grünem Wasserstoff nutzen, die unsere Industrie im ganzen Land versorgen kann. Das ist gerade für die Dekarbonisierung der Industrie und für unsere Versorgungssicherheit entscheidend."
Kritisch bewertet der SSW-Abgeordnete den bisherigen Umgang der Bundesregierung mit dem Thema und fordert die Regierung auf, den Vorschlag zu prüfen:
"Die Debatte über Strompreiszonen wurde in Berlin viel zu lange ausgeblendet. Das ist ein gefährlicher blinder Fleck in der Energiepolitik des Bundes. Wer die strukturellen Probleme nicht angeht, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit unseres Energiemarktes und bremst die Energiewende aus. Dieses Konzept ist fachlich fundiert und politisch überfällig. Es zeigt, dass es konkrete Lösungen gibt. Jetzt sind die Bundesregierung und Frau Reiche am Zug es zu prüfen."
Zum Konzept der IHK Schleswig-Holstein: https://www.ihk.de/schleswig-holstein/innovation/energie/neuigkeiten-veranstaltungen/eu-modellregion-energie-7075544?shortUrl=%2Fmodellregion-energie
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