Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Liebe Leserinnen und Leser,

Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.

Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.

Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.

Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.

SHB trauert um Siegfried Steger – Auch ihm blieb italienische Menschlichkeit versagt!

Südtiroler Heimatbund 23-02-2026, 09:49

Mit tiefer Erschütterung und in ehrfürchtiger Dankbarkeit nimmt der Südtiroler Heimatbund Abschied von Siegfried Steger. Mit seinem Tod verliert Südtirol nicht nur einen unbeugsamen Vertreter der Freiheitsbewegung, sondern auch den letzten der vier sogenannten „Puschtra Buibm“, die in den 1960er-Jahren zu Symbolfiguren eines entschlossenen Widerstandes gegen staatliche Repression wurden.

„Mit Siegfried Steger ist eine Persönlichkeit von uns gegangen, die wie kaum eine andere für Standhaftigkeit, Opferbereitschaft und kompromisslose Treue zur Südtiroler Heimat stand. Sei

Siegfried Steger wurde 1939 in Mühlen in Taufers geboren. Aufgewachsen in einer Zeit politischer Spannungen und kultureller Bedrängnis, erlebte er früh die Folgen einer Politik, die von vielen Südtirolern als Missachtung ihrer Identität und Rechte empfunden wurde. Diese Erfahrungen prägten sein Denken und Handeln nachhaltig. Gemeinsam mit Sepp Forer, Heinrich Oberleiter und Heinrich Oberlechner wurde Steger in den 1960er-Jahren durch Aktionen gegen staatliche Symbole bekannt. Diese Aktionen standen im Kontext der damaligen politischen Situation, die von massiven Spannungen zwischen Staat und Südtiroler Bevölkerung geprägt war. Der Südtiroler Heimatbund betont, dass diese Taten im historischen Zusammenhang einer völkerrechtswidrigen Unterdrückungspolitik gegenüber der deutschen und ladinischen Volksgruppe zu betrachten sind. Es war die Notwehr eines Volkes.

Was folgte, war ein jahrzehntelanges Leben im Exil. Steger verbrachte den Großteil seines Lebens in Telfs. Trotz fortschreitenden Alters und schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen blieb ihm die Rückkehr in seine Heimat verwehrt. Die italienische Justiz hielt an Urteilen fest, die für viele Südtiroler bis heute ein schmerzhaftes Relikt einer konfliktreichen Vergangenheit darstellen. „Siegfried Steger war ein Mann mit klarer Haltung. Er hat das Exil getragen wie ein inneres Gelöbnis – in Würde, ohne Bitterkeit, aber mit unerschütterlicher Überzeugung.

„Für mich ist es sicher eine große Belastung, im Exil leben zu müssen, ohne die Hoffnung, die geliebte Heimat wieder einmal sehen zu können. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht an die Heimat denkt. Besonders zu Weihnachten und an bestimmten Feiertagen schmerzt die Seele. Oder, wenn die Eltern zu Grabe getragen werden, oder Verwandte und Freunde. Oder, wenn Hochzeiten, Taufen und dergleichen stattfinden. Die Zeit heilt zwar Wunden, aber die Narben in der Seele bleiben. Kein Chirurg kann sie wegschleifen. Sie bleiben bis zum Tod.“

(Zitat Siegfried Steger)

Dass ein alter, gesundheitlich schwer angeschlagener Mann bis zuletzt nicht in seine Heimat zurückkehren durfte, bewegt viele Menschen weit über parteipolitische Grenzen hinaus. Steger musste fern seiner Heimat sterben – fern der vertrauten Berge, fern der Gräber seiner Vorfahren, fern jener Orte, die sein Leben geprägt hatten. Nicht einmal das Grab seiner Mutter durfte er besuchen. „Es ist ein bedrückendes Zeichen, wenn in einem demokratischen Rechtsstaat die Humanität hinter formaljuristischen Argumenten zurücktritt. Dass Siegfried Steger in der Fremde die Augen schließen musste, bleibt ein dunkler Fleck in der lokalen Zeitgeschichte“, erklärt Lang.

Der Südtiroler Heimatbund sieht im Umgang mit den Exilanten der 1960er-Jahre eine bis heute nicht aufgearbeitete historische Wunde. Unabhängig von unterschiedlichen politischen Bewertungen bedürfe es eines ehrlichen, offenen und würdevollen Umgangs mit diesem Kapitel der Landesgeschichte.

Vor diesem Hintergrund richtet der Südtiroler Heimatbund einen eindringlichen Appell an die Südtiroler Landesregierung: Die Geschichte unseres Landes darf nicht verdrängt oder auf symbolische Gesten reduziert werden. Es braucht Mut zur historischen Einordnung, Sensibilität im Umgang mit Zeitzeugen und eine klare Haltung gegenüber jenen, die – aus ihrer Überzeugung heraus – für die Rechte Südtirols eingetreten sind.

Versöhnung entsteht nicht durch Schweigen, sondern durch Offenheit. Eine selbstbewusste Autonomie muss auch in der Lage sein, ihre konfliktreiche Vergangenheit anzusprechen, ohne Angst vor Kontroversen. Gerade im Sinne künftiger Generationen ist es notwendig, Geschichte nicht nur als abgeschlossenes Kapitel zu betrachten, sondern als Auftrag zur verantwortungsvollen Gestaltung der Zukunft.

Siegfried Steger sprach sich Zeit seines Lebens gegen eine Begnadigung durch den italienischen Staat aus. Auch weil für viele Anschläge nicht die Freiheitskämpfer verantwortlich sind! Für ihn war die Frage der Selbstbestimmung Südtirols kein taktisches Instrument, sondern eine grundsätzliche Überzeugung. Er blieb seiner Haltung treu – auch dann, wenn dies persönliche Nachteile bedeutete.

„Wir werden Siegfried Steger ein ehrendes Andenken bewahren. Sein politisches Vermächtnis – der Einsatz für die Selbstbestimmung Südtirols – bleibt für uns Auftrag und Verpflichtung. Sein Leben mahnt uns, Freiheit und kulturelle Identität niemals als selbstverständlich zu betrachten“, betont Roland Lang abschließend.

Der Südtiroler Heimatbund spricht seiner Tochter Katharina, allen Angehörigen sowie seinen Freunden sein tief empfundenes Mitgefühl aus. Mit Siegfried Steger endet ein Lebensweg, der von Überzeugung, Opferbereitschaft und unerschütterlicher Heimatverbundenheit geprägt war. Sein Name wird im Gedächtnis vieler Südtiroler als Symbol für eine Generation bleiben, die in schwierigen Zeiten ihren eigenen, oft schmerzhaften Weg gegangen ist.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

https://www.suedtiroler-freiheitskampf.net/shb-trauert-um-siegfried-steger-auch-ihm-blieb-italienische-menschlichkeit-versagt/

Ähnliche Nachrichten

Wir leben in einer Gesellschaftsform, die von Männern geprägt ist, die sich an Männern orientiert und in der Männer die Vorherrschaft haben. Und genau diese blockieren weiterhin die Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen – ein Recht der Frauen. Das muss sich ändern!

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 23 – Bundesratsinitiative mit dem Ziel der Streichung des § 218 StGB und der Neuregelung der Vorschriften zum Schwangerschaftsabbruch (Drs. 20/2743)

Weiterlesen

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.

Weiterlesen

Was ist von den Szenarien gegen eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt aus Verfassungssicht zu halten? 

Weiterlesen

Deutschland redet ununterbrochen von Zukunft – und macht Familien gleichzeitig zu Bittstellern. Während für Krieg, Klimaprogramme und immer neue politische Großprojekte Milliarden bereitstehen, kämpfen Eltern mit Formularen, fehlenden Kitaplätzen, steigenden Kosten und der Angst, ihren Kindern kein sicheres Leben mehr bieten zu können. Das ist keine Familienpolitik. Das ist organisierte Verantwortungslosigkeit.

Weiterlesen

In Niedersachsen setzen sich die Ausschlüsse von AfD-Kandidaten für kommunale Spitzenämter fort. Die Praxis scheint zur neuen Normalität zu werden: Zum Schutz der „Demokratie“ schließt man Politiker aus der Wahl aus -etwa wegen Äußerungen auf Facebook.

Weiterlesen

Nach dem gescheiterten Versuch, Verfassungsrichterin zu werden, könnte Juristin Frauke Brosius-Gersdorf eine zweite Chance bekommen.

Weiterlesen

Heftige Debatte zwischen SPD-Ministerpräsidentin Schwesig und AfD-Kandidat Holm über Mecklenburg-Vorpommern. Schwesig verteidigt ihr „Frau gegen Frau"-Narrativ, während Holm die Misswirtschaft des Staates, die hohen Steuern und die Abhängigkeit von Subventionen kritisiert.

Weiterlesen

Friedrich Merz sagt: „Komm mir keiner mit Free Speech“, und bringt damit den Geist dieser Regierung auf den Punkt. Sydney Sweeney posiert freizügig für eine Werbekampagne und die woken Kulturwächter drehen durch. Außerdem: die Folgen der Landtagswahlen am Sonntag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Weiterlesen

Gestern nahm ich gemeinsam mit Matthias Büttner, Daniel Rausch und Oliver Kirchner am Bürgerdialog der Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt in Aschersleben teil.

Weiterlesen
Calendar
«Oktober 2026»
MoDiMiDoFrSaSo
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031 
Wenn der Staat seine Feinde sucht: Die Grenzen der wehrhaften Demokratie

Der Kampf gegen Extremismus ist eine der wichtigsten Aufgaben des demokratischen Staates. Doch jeder Kampf gegen einen Gegner verändert auch denjenigen, der ihn führt.

Der Fall der NPD zeigte, wie kompliziert diese Grenze sein kann: Verfassungsschutzbehörden waren mit Informanten in einer Partei präsent, die sie später verbieten lassen wollten. Heute steht Deutschland erneut vor einer Grundfrage: Schützt der Staat die Demokratie – oder kann die Logik des Schutzes selbst politische Wirkungen erzeugen?

Grundgesetz nach Bedarf: Artikel 146 vergessen, Artikel 37 griffbereit

Das Volk darf laut Grundgesetz eine neue Verfassung beschließen. Darüber redet kaum jemand. Über den Bundeszwang gegen eine noch gar nicht existierende AfD-Landesregierung dagegen schon. Zwei Artikel, ein Grundgesetz und eine unbequeme Frage: Welche Macht ist in Deutschland politisch eigentlich erwünscht, die des Souveräns oder die des Staates?

Der Souverän darf wählen – aber nicht entscheiden

Das Erstarken der AfD wird gewöhnlich mit Migration, wirtschaftlicher Unsicherheit und wachsendem Misstrauen gegenüber der Politik erklärt. Die Erfolge der Linken wiederum mit sozialem Protest. All das spielt eine Rolle. Doch hinter der Verschiebung der deutschen Parteienlandschaft liegt noch ein anderer Konflikt – und der ist älter als die aktuellen Krisen.