Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Die Erinnerung darf nicht mit dem Verstummen der letzten Zeitzeugen enden

Südschleswigsche Wählerverband 27-01-2026, 07:47

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar erklären die SSW-Parteivorsitzende Sybilla Nitsch und der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Vor 81 Jahren kam die Hölle ans Licht, als die Rote Armee am 27. Januar 1945 die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz befreite. Auschwitz steht seitdem als Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten. Was damals mit Millionen Menschen passierte, ist so grauenhaft, dass man kaum Worte dafür findet.
Reicht es, heute „Nie wieder!“-Sticker und Posts zu verbreiten? Staatstragende Reden zu halten oder Kränze niederzulegen? Nein. Denn zur Wahrheit im Jahr 2026 gehört, dass antisemitische Taten wieder zunehmen – wie jüngst am Mahnmal der Synagoge in Kiel. Dass Ausgrenzung von Minderheiten immer noch Lebensrealität in vielen Staaten ist. Dass Rassenwahn wieder ein Thema ist, seit eine Partei mit vielen perfiden Köpfen unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt durchsetzt. Und der Zulauf ins politisch rechte Spektrum leider groß ist.

Im Jahr 2026 gibt es kaum noch Zeitzeugen, die von den Gräueltaten der Nationalsozialisten berichten und jüngeren Generationen einen einzigartigen, berührenden Eindruck dieses dunklen Kapitels der deutschen Geschichte vermitteln können. Aber die Erinnerung darf nicht mit dem Verstummen der letzten Zeitzeugen enden. Wir müssen uns dafür stark machen, dass junge Menschen auch weiterhin durch emotionale Begegnungen den Schrecken des Holocaust vermittelt bekommen. Wo Zeitzeugen rar werden, wird die Funktion von Erinnerungsorten immer wichtiger. Die beiden Gedenkstätten an den einstigen Außenlagern des KZs Neuengamme in Ladelund und Husum-Schwesing etwa zeigen, dass das NS-Terrorsystem überall und auch in den entlegensten Teilen des Landes war. Für die Vermittlung sind solche Vor-Ort-Eindrücke durch nichts zu ersetzen, begleitet von einem guten museumspädagogischen Rahmen.

Deshalb müssen wir uns dafür stark machen, diese Orte zu erhalten und kommenden Generationen zugänglich zu machen. Gedenkstättenarbeit darf nicht verstaubt wirken, sondern muss den Weg in eine moderne Vermittlung schaffen. Darin müssen wir die Erinnerungsorte stärken und sie entsprechend ausstatten.

Als Gesellschaft tragen wir heute die Verantwortung dafür, dass sich das Gestern nicht morgen wiederholt. Jeder einzelne kann dazu beitragen – in Gesprächen, durch gegenseitiges Unterstützen, durch Mut, Fairness, Fürsorge und Menschlichkeit.

Ähnliche Nachrichten

Mehr arbeiten, WENIGER Netto? Die brutale Realität der deutschen Wirtschaft!

Weiterlesen

Wohin man auch blickt in diesen Tagen: Unser Land gibt ein ausgesprochen trauriges Bild ab. Nicht nur optisch, sondern auch und gerade gesellschaftlich erleben wir einen erschreckenden Zerfallsprozess.

Weiterlesen

Der Vortrag vom Martin Sellner in Schwäbisch Gmünd am 29.03.2026 

Weiterlesen

Themen in diesem Video:

Deutschland und die Ukraine: Nur Nachteile, keine Vorteile...

Weiterlesen

Wie könnte Europa der Ukraine helfen, noch mehr russische Soldaten zu töten? Dies fragte der deutsche Journalist Michael Martens den ukrainischen Präsidenten Selenski öffentlich. Die Hintergründe dieser Entgleisung und die Stimmungsmache gegen Russland analysiert Patrik Baab.
 

Weiterlesen

Peter Weber im Gespräch mit Anthony Lee, Dr. Martin Vincentz und Daniel Matissek

Weiterlesen

“Nach dem Studium bist Du ein Mediziner. Arzt musst Du erst noch werden!”

Mit diesen Worten macht Dr. Michael Spitzbart seine Haltung zur Pharma-Medizin deutlich. Er kritisiert die Verflechtungen von Big Pharma und Medizin aufs Schärfste, denn diese reicht seiner Auffassung nach bis weit ins Studium und die Ausbildung.

Weiterlesen

Ein Vorgang aus Bremerhaven macht fassungslos. Der Bremer Landesvorsitzender von BÜNDNIS DEUTSCHLAND Jan Timke wollte einer Schulklasse helfen. Es ging nicht um Parteipolitik, nicht um Werbung und nicht um Einflussnahme. Es ging um 150 Euro für Schwimmunterricht, und dieses Geld war für Kinder bestimmt.


Weiterlesen

Vizeadmiral a.D. Schönbach: „Waffen und Geld verlängern sinnlos den Krieg“

Nein, BÜNDNIS DEUTSCHLAND unterstützt damit keine völkerrechtswidrige Invasion. Nirgendwo.

Worum es BÜNDNIS DEUTSCHLAND geht, das ist ein Ende des Sterbens in der Ukraine und des Geldverbrennens.

Weiterlesen
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.