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Daten unabhängig und zentral erheben – Unterrichts- und Schulgestaltung verbessern
Südschleswigsche Wählerverband 20-03-2026, 16:41
Wenn wir systematisch Informationen über Lernstände, Unterricht, Prozesse und schulische Rahmenbedingungen sammeln und auswerten wollen, dann müssen die Daten dafür auch systematisch und standardisiert in der Fläche erhoben werden.
Jette Waldinger-Thiering zu TOP 11 – Effiziente datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung sicherstellen (Drs. 20/4074)
Leider trifft die Maßgabe „Viel, hilft viel“ auch in Bezug auf Datenerhebung im Schulalltag nicht zu. Datenerhebungen sind kein Selbstzweck, wie auch im vorliegenden Antrag deutlich betont wird. Prinzipiell macht es Sinn, bestimmte Daten zu erheben, um Prozesse zu evaluieren und zu verbessern. Hierbei sollte man das Ziel, beziehungsweise die Konsequenz der Erhebung und die Bewertung der Daten bewusst reflektieren.
So können die erhobenen Daten dann auch dazu führen, dass Unterrichts- und Schulgestaltung verbessert wird. Besonders im Schulalltag, wenn es um die pädagogische Leistung der Lehrkräfte und um die Lernleistung der Schülerinnen und Schüler geht, müssen die Daten sehr effizient erhoben werden, damit es nicht zu einer zusätzlichen Belastung des Systems oder des Einzelnen kommt. Die Datenerhebung ist hierbei nur das Instrument oder Werkzeug, dass man richtig benutzen und einsetzen muss. Tools wie die Lernstandserhebung 1 und 5 oder VERA haben sich hier bereits bewährt. Aber insbesondere die Erhebung der Ergebnisse von Schulabschlüssen und Zeugnisbewertungen sind wichtige Datenquellen.
Vor allem weil diese keine extra Testverfahren für Schülerinnen und Schüler und für die Lehrkräfte bedeuten. Am Beispiel des GEMON Gewaltmonitoring sehen wir allerdings, wie Erhebungen keine zielführenden Erkenntnisse liefern, weil die Daten am Ende kein aussagekräftiges Bild ergeben. Beim Gewaltmonitoring wurde deutlich, dass Schulen die Datenerhebung höchst unterschiedlich bewerten und handhaben. Auch die Klassifizierung der Daten hat am Ende mehr Fragen aufgeworfen als Antworten zu liefern. Deshalb wird es so, wie im Antrag gefordert, in Zukunft wichtig sein, dass verbindliche übergeordnete Strukturen und Rahmenbedingungen zur Datenerhebung entwickelt werden.
Wenn wir systematisch Informationen über Lernstände, Unterricht, Prozesse und schulische Rahmenbedingungen sammeln und auswerten wollen, dann müssen die Daten dafür auch systematisch und standardisiert in der Fläche erhoben werden. Aktuell geschieht dies hauptsächlich in Schulautonomie, d.h. Schulen entscheiden selbst, welche Daten sie wie erheben. Das Rahmenkonzept des Schuljahres 24/25 zur datengestützten Qualitätsentwicklung zeigt ja bereits eine gute übergeordnete Strategie des Ministeriums. Auch die fünf priorisierten Ziele, die darin im Fokus stehen, sind so formuliert, dass man einer datengestützten Qualitätsentwicklung nur zustimmen kann. Wenn aber am Ende Ergebnisse wie aus dem Gewaltmonitoring zu Stande kommen, weil die Ausführung der Datenerhebung unterschiedlich gehandhabt werden, dann ist es schwierig, passgenaue und wirksame Maßnahmen durch die Auswertung der Daten zu entwickeln. Aber selbst wenn Schulen für sich belastbare und brauchbare Datengrundlagen erhoben haben und dadurch wirksame Maßnahmen entwickeln, dann kann es passieren, dass es an den Ressourcen für die praktische Umsetzung scheitert.
Letztendlich muss es darum gehen, dass die Schülerinnen und Schüler eine bestmögliche Bildung erhalten und die Lehrkräfte dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen an den Schulen vorfinden. Das sollte das oberste Ziel der Datenerhebung sein. Daten müssen unabhängig und zentral mit möglichst wenig Aufwand für Schülerinnen und Schüler und deren Lehrkräfte erhoben werden. Deshalb hoffe ich auf eine überarbeitete Strategie und angepassten Rahmenbedingungen für die datengestützte Qualitätsentwicklung für das Schuljahr 26/27 und hoffe, dass einige unserer Forderungen mit einfließen.
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