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Südtirol beim ICEC-Treffen in Nordirland
Südtiroler Schützenbund 18-04-2026, 15:45 event
BOZEN/BELFAST – Vom 2. bis 5. April 2026 nahm die Bundesmarketenderin des Südtiroler Schützenbundes, Stephanie Mulser, in ihrer Funktion als offizielle Delegierte für Südtirol am Treffen der ICEC in Belfast teil.
ICEC, die International Commission of European Citizens, ist ein europaweites Netzwerk, das sich mit Fragen der Demokratie, der Selbstbestimmung, der kulturellen Identität und der Rechte historischer Nationen und Volksgruppen befasst. Südtirol ist dort gemeinsam mit anderen europäischen Regionen und Volksgruppen vertreten.
Beim internationalen Austausch kamen Vertreter verschiedener europäischer Volksgruppen zusammen, um sich über aktuelle politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen in ihren jeweiligen Heimatländern auszutauschen. Das Treffen begann im Westen von Belfast an der Falls Road, im traditionsreichen Pub-Restaurant The Felons, mit einer internen Sitzung der Delegierten. Der Ort ist eng mit der republikanischen Geschichte West Belfasts verbunden; seine Wurzeln reichen auf einen von republikanischen Ex-Gefangenen geprägten Verein zurück.
Im Anschluss daran verbrachten die Teilnehmer den Abend in gemeinsamer Runde. Gerade dieser persönliche Austausch über Ländergrenzen hinweg machte einmal mehr deutlich, wie wichtig die Pflege internationaler Kontakte für Volksgruppen und Minderheiten in Europa ist.
Am folgenden Morgen stand im James Connolly Centre das Thema Sprache und Identität im Mittelpunkt. Dabei kam es auch zu einer Begegnung mit Séanna Walsh, der mit dem James Connolly Centre verbunden ist und selbst viele Jahre als politischer Gefangener inhaftiert war. In eindrucksvoller Weise wurde aufgezeigt, welche zentrale Rolle Sprache, kulturelles Selbstverständnis und geschichtliches Bewusstsein für den Fortbestand eines Volkes spielen.
Im Anschluss führte ein Zeitzeuge durch den Westen der Stadt und zeigte jene Orte, die bis heute eng mit der Zeit der Troubles, also des Nordirland-Konflikts, verbunden sind. Dabei erhielten die Teilnehmer unmittelbare Einblicke in ein bis heute sichtbares Kapitel europäischer Zeitgeschichte. Besucht wurden unter anderem bekannte Wandbilder, darunter auch jenes von Bobby Sands, sowie die bis heute bestehende Friedensmauer, die verschiedene Stadtteile voneinander trennt.
Ein weiterer Höhepunkt des Aufenthalts war die Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung zum Osteraufstand von 1916, dessen 110. Jahrestag in diesem Jahr in Irland vielfach begangen wurde. Die Gedenkfeiern erinnerten an die Opfer und an die historische Bedeutung dieses Aufstands für den irischen Freiheitskampf.
Für Stephanie Mulser war das Treffen in Belfast eine wertvolle Gelegenheit, Südtirol auf internationaler Ebene zu vertreten und zugleich neue Eindrücke aus dem Austausch mit anderen europäischen Volksgruppen mitzunehmen. Gerade in einer Zeit, in der Fragen der Identität, der Sprache und des Selbstbestimmungsrechts vielerorts wieder an Bedeutung gewinnen, sind solche Begegnungen von besonderem Wert.
https://schuetzen.com/2026/04/17/suedtirol-beim-icec-treffen-in-nordirland/
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