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Missunde III: Fehler benennen reicht nicht - die Menschen wollen Lösungen
Südschleswigsche Wählerverband 4-06-2026, 10:26 social Politik, Soziales, Kommunalpolitik
Zur heutigen Debatte im Wirtschaftsausschuss über die anhaltenden Probleme der Schleifähre Missunde III erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Sybilla Nitsch:
„Der Verkehrsminister hat heute sehr offen über die zahlreichen Probleme rund um die Missunde III gesprochen. Er sprach von einem Vertrauensverlust in der Region, von einem Haufen Planungsfehlern und sogar von einer Katastrophe für die Menschen vor Ort. In der Analyse liegt er damit nicht einmal falsch.
Das Problem ist nur: Wer all diese Fehler benennt, muss irgendwann auch erklären, welche Konsequenzen daraus folgen.
Seit Jahren erleben die Menschen in der Schleiregion Verzögerungen, Umbauten, technische Probleme und Ausfälle. Betriebe verlieren Einnahmen, Pendler fahren täglich lange Umwege und der Tourismus leidet. Trotzdem bleibt die Landesregierung die Antwort auf eine zentrale Frage schuldig: Wie lange soll das noch so weitergehen?
Ich habe den Minister heute gefragt, wie viele Millionen Euro, wie viele Jahre und wie viele Ausfälle er noch bereit ist zu akzeptieren, bevor er die Reißleine zieht. Eine Antwort darauf habe ich nicht bekommen.
Stattdessen setzt die Landesregierung erneut darauf, dass die nächste Reparatur das Problem lösen wird. Das mag am Ende sogar gelingen. Doch die Menschen vor Ort haben nach all den Erfahrungen der vergangenen Jahre jedes Recht, daran zu zweifeln. Vertrauen lässt sich nicht durch Ankündigungen reparieren.
Natürlich kann niemand garantieren, dass eine Fähre nie wieder ausfällt. Aber wenn selbst der Minister einräumt, dass das Vertrauen in die Missunde III weitgehend verloren gegangen ist, dann reicht es nicht mehr, immer nur auf die nächste technische Lösung zu verweisen. Die Region braucht endlich die Gewissheit, dass es einen belastbaren Plan gibt, falls auch dieser Reparaturversuch scheitert.
Ich kann nachvollziehen, dass man mitten in der Saison keine hektischen Hauruckentscheidungen treffen kann. Jetzt muss die Landesregierung alles daran setzen, dass die Fähre wieder zuverlässig fährt. Aber ich erwarte vom Minister, dass er sich nach der Saison ehrlich macht. Dann muss die Frage auf den Tisch, ob sich die Missunde III dauerhaft und verlässlich betreiben lässt. Und wenn die Antwort Nein lautet, dann müssen endlich die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.
Nach der heutigen Debatte muss ich feststellen: Minister Madsen benennt geradezu detailverliebt alle Fehler, übernimmt auch ein bisschen Verantwortung, zieht daraus aber keinerlei Konsequenzen. Das scheint sich insgesamt zum Markenzeichen dieser Landesregierung zu entwickeln.“
https://www.ssw.de/themen/missunde-iii-fehler-benennen-reicht-nicht-die-menschen-wollen-loesungen
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