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Macron liefert Frankreichs Verteidigung inklusive Atomwaffen an Deutschland aus
18-07-2026, 18:07

von Dr. Peter F. Mayer
Der französische Politiker Florian Philippot hat in zwei aktuellen Beiträgen scharfe Kritik an Emmanuel Macron geübt. Er wirft dem Präsidenten vor, die nationale Souveränität Frankreichs in der Verteidigungspolitik systematisch aufzugeben – zugunsten einer immer engeren, von Deutschland dominierten europäischen Integration.
Im ersten Beitrag bezieht sich Philippot auf die Anhörung von Éric Trappier, dem CEO von Dassault Aviation, vor dem französischen Senat am 1. Juli 2026. Trappier habe dort klargestellt, dass Deutschland im Rahmen des SCAF-Projekts (Système de combat aérien du futur) nie ernsthaft habe kooperieren, sondern nur das französische Know-how bei der Entwicklung eines Kampfflugzeugs von Grund auf übernehmen wollen. Sobald dieses Wissen transferiert sei, sei Frankreich überflüssig geworden. Das Projekt sei deshalb gescheitert. Philippot sieht darin die Bestätigung einer langjährigen These: Deutschland wolle Frankreich in der Rüstungsindustrie ersetzen.
Hier das Posting von Philipot auf X:
Le PDG de Dassault balance tout ! ⤵️
— Florian Philippot (@f_philippot) July 18, 2026
Lisez ça c’est édifiant, c’était en audition au Sénat ; Éric Trappier a tout balancé sur l’Allemagne :
« L’Allemagne veut nous remplacer ! »
« Le 1er juillet 2026, Éric Trappier s’est assis face aux sénateurs de la commission des affaires… pic.twitter.com/kViyzHcI8g
Im zweiten Beitrag geht es um das Treffen von Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz in Deutschland. Merz habe dort offen von einer „gemeinsamen nuklearen Abschreckung“ und einem „europäischen Mix von Fähigkeiten“ gesprochen. Deutsche Soldaten sollen künftig an französischen Nuklearübungen teilnehmen. Philippot bezeichnet dies als direkte Übergabe der französischen atomaren Souveränität an Berlin und spricht von „hoher Verrats“.
Die Hintergründe
Die Aussagen von Éric Trappier vor dem Senat sind dokumentiert. In der Anhörung zur Zukunft der Kampfflugzeugentwicklung kritisierte der Dassault-Chef das Scheitern des SCAF-Projekts und betonte, Frankreich könne einen sechsten Generationen-Kampfjet auch allein oder mit anderen Partnern entwickeln. Die deutsche Seite habe das Projekt vor allem genutzt, um technologisches Wissen zu erwerben.
Beim Treffen von Macron und Merz am 17. Juli 2026 in Nordrhein-Westfalen (unter anderem auf dem Fliegerhorst Nörvenich) wurde die nukleare Zusammenarbeit öffentlich vorangetrieben. Merz sprach von einer „neuen Weg“ in der nuklearen Abschreckung und einer „gemeinsamen Doktrin“. Dies baut auf früheren Ankündigungen Macrons auf, die französische Abschreckung „europäischer“ zu gestalten – ohne jedoch die letztendliche Entscheidungsgewalt aus der Hand zu geben.
Ein bekanntes Muster
Für Kritiker wie Philippot ist dies kein Einzelfall, sondern Teil eines systematischen Prozesses. Seit Jahren wird die französische Rüstungsindustrie in europäische Projekte eingebunden, die häufig an deutschem Widerstand oder unterschiedlichen Interessen scheitern. Gleichzeitig wird die atomare Souveränität – das letzte große nationale Hoheitsgebiet Frankreichs – schrittweise „europäisiert“. Das Ergebnis sei eine zunehmende Abhängigkeit von Berlin, ohne dass Frankreich dafür echte Gegenleistungen erhalte.
Philippot fordert daher eine strikt nationale Verteidigungspolitik und den Austritt aus der Europäischen Union, die er als Instrument zur Schwächung Frankreichs zugunsten Deutschlands sieht.
Die Debatte zeigt einmal mehr, wie tief die Spannungen zwischen nationaler Souveränität und europäischer Integration in Frankreich mittlerweile sind – und wie sehr die Rüstungs- und Atompolitik zum Prüfstein geworden ist.
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