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KI-Boom bedroht Weltwirtschaft
1-07-2026, 17:03 Wirtschaft, Entwicklung

von Thomas Oysmüller
Sollte die KI-Blase platzen, dann droht der Weltwirtschaft ein massiver Schock und ein Zusammenbruch. So ein aktueller Bericht der globalistischen Superbank „Bank für Internationalen Zahlungsausgleich“.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), die „Zentralbank der Zentralbanken“, die kaum an der Öffentlichkeit ist, hat in ihrem Jahresbericht von dieser Woche vor dem Platzen der KI-Blase gewarnt. Das ist nichts Neues. Seit Jahren warnen Ökonomen und westliche Kapitalinstitutionen vor dieser Blase, während Investoren irrsinnige Gewinne abschöpfen. Dass sich nun aber auch die BIS Sorgen macht, ist neu.
Auch die BIS lobt den „Optimismus rund um Künstliche Intelligenz“, der das globale Wachstum stützt, doch die massiven Investitionen bergen auch Gefahren für eine Überinvestition mit potenziell weitreichenden Folgen.
Im Zentrum der Analyse stehen die fünf größten „Hyperscaler“: Alphabet (Google), Amazon, Meta, Microsoft und Oracle. Diese Unternehmen planen von 2025 bis 2026 zusammen mehr als eine Billion US-Dollar an KI-bezogenen Kapitalausgaben (Capex) – für Halbleiter, den Bau und die Erweiterung von Rechenzentren sowie die dafür gebrauchte Strominfrastruktur.
Die Ausgaben übersteigen bereits bei vielen Firmen die Gewinne und den freien Cash Flow. Deshalb greifen einige Player auf die Ausgabe neuer Schulden zurück. Alles kein Problem, solange die Kurse an der Börse weiter steigen.
Die BIS warnt vor dem intensiven Wettbewerb, in einem Markt, der früher oder später zur Zentralisierung neigt. Nur wenige Unternehmen mit technologischem Vorsprung könnten am Ende den Markt dominieren. Deshalb würden Firmen ihre Ressourcen (und Schulden) in Projekte mit noch ungewissen Renditen stecken.
Sollten die erwarteten Produktivitätsgewinne ausbleiben oder enttäuschen, droht ein plötzlicher Rückzug der Finanzierung einzutreten. Dann gibt es Probleme. Der Investitionsboom könnte sich dann in einen längeren „Investment-Bust“ verwandeln, mit negativen Rückwirkungen auf die Finanzbedingungen. Die BIS zieht Parallelen zu Episoden wie der Dotcom-Blase oder früheren Infrastruktur-Manien, die in Investitionsrückgängen und Rezessionen endeten.
Bisher treibt der KI-Boom aber die Weltwirtschaft an. Den Schätzungen zufolge trug die Branche 2025 rund einen Prozentpunkt zum realen BIP-Wachstum in den USA bei. Auch in Asien und Europa gab es positive Effekte über Lieferketten. Allerdings gibt es bereits spürbare Engpässe bei Strom, fortgeschrittenen Halbleitern und Netzausrüstung, die das Risiko einer Überinvestition weiter erhöhen.
Doch die finanzielle Verletzlichkeit sieht die BIS in immer höheren Aktienbewertungen, steigenden Verschuldungen und undurchsichtigen Finanzierungsstrukturen. Immer mehr Kapital fließt in die KI, auch zunehmend von privaten Kreditfonds. Sollten die Kurse korrigieren, würde das die Kapitalmärkte heftig belasten.
Die Rechnung ist simpel: Immer mehr Kapital fließt in die KI-Branche, das spürt etwa auch der Bitcoin, der immer weiter abstürzt, nun folgen auch noch große Börsengänge von Anthropic oder OpenAI. Solange die Kurse steigen, läuft es. Doch schon eine Verlangsamung könnte eine massive Krise auslösen.
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