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65 Jahre Feuernacht – Als ein Volk nicht schwie

Südtiroler Schützenbund 14-06-2026, 12:31 Geschichte

PUSTERTAL – 65 Jahre nach der „Feuernacht“ hat der Schützenbezirk Pustertal ein sichtbares Zeichen gesetzt. Mit Bergfeuern, Lichtinstallationen und leuchtenden „65“-Schriftzügen erinnerten die Schützen an den 11. Juni 1961 – eine Nacht, die Geschichte schrieb.

Damals erschütterten Explosionen das Land: 37 Strommasten wurden gesprengt. Die Aktionen des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) lenkten die Aufmerksamkeit der Welt auf den Süden Tirols im Spannungsfeld von Politik, Identität und Zugehörigkeit.

Doch hinter den historischen Fakten stehen menschliche Schicksale und eine Zeit voller Unsicherheit.

„Menschen aus ganz Tirol haben sich vor 65 Jahren selbstlos und unter Einsatz des eigenen Lebens für Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt. Ihrer zu Gedenken und ihnen zu danken ist unsere Pflicht. Besonders denken wir heuer an Siegfried Steger und die Puschtra Buibm“, so Bezirksmajor Thomas Innerhofer.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren geprägt von Spannungen, vom Gefühl vieler Südtiroler, übergangen und unterdrückt zu werden. Italienische Zuwanderung, Benachteiligung und Repression gegenüber der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung führten zu wachsender Unzufriedenheit.

Die Feuernacht wurde zum Ausdruck dieses Konflikts – und zugleich zum Wendepunkt.

Was folgte, war eine harte Antwort des Staates: willkürliche Verhaftungen, brutalste Folterungen, Prozesse gegen unzählige Südtiroler und Berichte über Gewalt prägten die Zeit danach. 25.000 Soldaten wurden in unsere Heimat geschickt, was einer militärischen Besetzung des Landes und der totalen Überwachung der Bevölkerung gleichkam. Die Wunden dieser Jahre sind immer noch nicht verheilt und bis heute spürbar.

Umso wichtiger ist das gemeinsame Erinnern. Wenn heute Feuer in den Bergen brennen, dann mahnen sie, nicht nur die Opfer dieser unsäglichen Zeit der Südtiroler Geschichte nicht zu vergessen: sie verbinden Vergangenheit und Gegenwart – still, aber unübersehbar.


Link zur Originalveröffentlichung.

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