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Autokratie – Herrschaft ohne Volk
Think Tank 5-07-2026, 12:00
von Andreas Funke und Dr. Klaus Maurer
Marx schrieb im Kommunistischen Manifest: "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen."
Andere meinen, die Geschichte der Menschheit sei eine Aneinanderreihung von Kriegen und der Krieg sei die "Mutter aller Dinge". Carl von Clausewitz sagte: "Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln."
Das würde bedeuten, dass Politik unter Umständen die Fortsetzung des Krieges ist – aber eben auch mit anderen Mitteln. Aber was steckt hinter all diesen Ansichten? Welches Prinzip dahinter lässt sich identifizieren? Es ist offensichtlich, dass es immer um Macht geht. Politik, Kriege, Kämpfe gehen immer um Macht. Wer ist so frei, dass sein Wille gilt und andere sich diesem Willen unterordnen müssen? Wer kann wem am Ende sagen, was er tun oder lassen soll?
Folgerichtig ist letztlich die Geschichte der Menschheit eine Geschichte der Macht!
In der Menschheitsgeschichte haben Herrschaftssysteme ganze Kulturen geformt, aber auch zerstört. Es gibt einen roten Faden durch alle Epochen: die Autokratie. Beispiel für Autokratien im Wandel der Zeit:
1. Ägyptische Pharaonen
Der Pharao galt als Herrscher und als göttliche Verkörperung. Seine Entscheidungen standen über jedem Gesetz, denn er selbst war das Gesetz. Es gab keine Opposition. Wer widersprach, widersetzte sich nicht nur dem König, sondern einem Gott. Autokratie mit religiöser Rechtfertigung.
2. Das Römische Kaiserreich
Zunächst hatte das römische Reich republikanische Strukturen. Mit der Übernahme der absoluten Macht durch Augustus begann die Kaiserherrschaft, die zunächst als "Rettung der Demokratie" verkauft wurde. Der "Senat" war nur noch eine machtlose Hülle. Das Rom jener Zeit zeigt noch heute sehr anschaulich, wie leicht eine Demokratie in eine Autokratie überführt werden kann, wenn Bürger ihre Freiheiten gegen Brot und vermeintliche "Sicherheit" eintauschen.
3. Zaristische Autokratie in Russland
Die Zaren herrschten über Jahrhunderte in Russland mit unbegrenzter Macht. Es gab keine Gewaltenteilung, der Zar stand über der Kirche, über dem Adel, über dem Volk, im Gegensatz zur konstitutionellen Monarchie Englands, in der das Parlament Macht gewann. Russland war eine reine Autokratie – diese trieb das Land in Revolutionen und Blutvergießen.
4. Diktatur im 20. Jahrhundert: Deutschland unter Hitler
Das "Dritte Reich" ist ein dunkles Beispiel dafür, wie Autokratie funktioniert. Hitler baute seinen "Führerstaat" auf und vereinte Staat, Partei und Armee in seiner Person. Alles wurde gleichgeschaltet: Gerichte, Parlamente, Medien … Das Ende kennen wir alle …
5. Franco in Spanien
Nach dem Bürgerkrieg errichtete Franco eine Diktatur, die fast vier Jahrzehnte andauerte. Zur Unterdrückung jedweder Opposition nutzte er Polizei, Militär und sogar die Kirche. Franco war der alleinige Interpret von Recht und Ordnung. Erst nach dem Tod Francos konnte Spanien den Weg in die Demokratie einschlagen.
6. Moderne Autokratien
Auch heute existieren modern anmutende Staaten mit autokratischen Zügen. Manche tarnen ihre Herrschaft mit "Wahlen", doch Opposition wird ausgeschaltet, Medien kontrolliert, Gerichte werden abhängig gemacht. Dies zeigt uns: Autokratie kann demokratische Formen nachahmen. Es sind Demokratie-Simulationen.
Winston Churchill soll einst gewarnt haben: "Die Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind." Seine Worte erinnern daran, dass die Alternative zur Demokratie fast immer eine Form der Autokratie ist.
Die Autokratie ist der Inbegriff einer Herrschaft, die nur den Willen des Herrschers kennt und ansonsten keine Schranken kennt. Ob charismatischer Diktator, gekrönter Monarch oder eine ideologisch verhärtete Elite – in der Autokratie ist das Volk nicht der Souverän, sondern nur Objekt der Herrschaft.
Genau genommen ist eine Autokratie mehr als nur eine Regierungsform. Sie bedeutet "Viel Macht in wenigen Händen" oder extremer: "Extrem viel Macht in extrem wenigen Händen" … Autokratie ist folgerichtig ein Geflecht aus Abhängigkeiten, aus Machtkonzentration und Kontrolle. Kurz: Ein System der Unterordnung!
In der Autokratie sind Legislative, Exekutive und Judikative nicht getrennt, sondern in einer Hand oder in einem kleinen Zirkel, der niemandem Rechenschaft zu geben braucht. In der Autokratie sind folgerichtig Gesetze nicht etwa der Ausdruck des Volkswillens, sondern ganz klar erbarmungslose Instrumente der Herrschenden.
Für jene, die nicht Angehörige der Herrschaftsschicht sind, gibt es keine Rechte, sondern höchstens "Privilegien". Gerechtigkeit wird zur "Auslegungssache". Freiheit wird zur "Gnade". In einer Demokratie schützt das Recht den Menschen vor dem Staat. In der Autokratie wird das Recht zur Waffe des Staates gegen den Menschen.
Hannah Arendt brachte es auf den Punkt: "Totalitäre Herrschaft beginnt, wo Menschen überflüssig gemacht werden."
Von den Herrschern der ältesten Hochkulturen, den Sumerern, den Akkaden, den Ägyptern bis hin zu modernen Diktatoren, die die Völker in ein digitales Gefängnis bringen – das Prinzip bleibt immer dasselbe. Absolute Macht in den Händen von Wenigen. Doch dieses extrem alte Muster ist gefährlich für jede Gesellschaft. Autokratie lebt von Angst, vom Schweigen und von der Illusion, Stabilität sei wichtiger als Selbstbestimmung.
Im Gegensatz hierzu haben wir das Modell der "Demokratie". Der Gegensatz könnte nicht schärfer sein. Während in der Demokratie das Volk durch Volksentscheide, Wahlen und individuelle Rechte zum "Souverän" erhoben wird, degradiert die Autokratie den Staatsangehörigen zum "Untertan". Wer sich nicht unterordnet, wird ausgegrenzt, verfolgt oder vernichtet. Kritik gilt als "Angriff", Opposition als "Verrat".
Je länger ein solches System besteht, desto tiefer gräbt es sich in die Seelen der Menschen. Kreativität, Eigenverantwortung und Eigeninitiative sterben, die Gesellschaft verliert ihre kreative Fähigkeit, sich aus sich selbst heraus zu modernisieren und Zukunft zu gestalten.
Montesquieu stellte bereits im 18. Jahrhundert klar: „Jede Macht neigt dazu, sich zu missbrauchen Es ist nötig, dass die Macht durch die Macht gebremst wird.“ Dieser Gedanke ist die Basis der Demokratie – und damit das Gegenteil der Autokratie, in der es eben eine solche wirksame "Bremse" nicht gibt.
Die Autokratie basiert dabei nicht nur auf Gewalt und Unterdrückung, sondern lebt auch von den Schwächen der Menschen: von Gleichgültigkeit, von Bequemlichkeit, von Angst vor Verantwortung. Benjamin Franklin wird der Satz zugeschrieben: "Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, wird am Ende beides verlieren …"
Die meisten Menschen sind offenbar bereit, Freiheit und Eigenverantwortung gegen Bequemlichkeit und vermeintliche Sicherheit einzutauschen. Solange das so ist, haben Herrscher den "Fuß in der Tür", um Herrschaftssysteme zu etablieren. Es ist letztlich der "Glaube an Herrschaft", der Herrschaftssysteme ermöglicht.
Die Auseinandersetzung mit der Autokratie ist mehr als ein geschichtswissenschaftliches Studium. Sie ist vor allem ein Studium der Psychologie, insbesondere ein Studium der "Psychologie der Massen". Jede Demokratie in einem Staat ist nur so stark wie die Wachsamkeit der Staatsangehörigen.
Wenn die Staatsangehörigen Manipulationen und Machtmissbrauch dulden, verschwindet Freiheit zugunsten von Herrschaft. Autokratie entsteht meist nicht "über Nacht", beispielsweise durch einen Putsch, sondern oft langsam und leise – durch Gleichgültigkeit, Anpassung, Bequemlichkeit und die schleichende Aushöhlung von Rechten.
Die Natur des Menschen ist nicht, Sklave zu sein. Das menschliche Nervensystem ist auf Entwicklung ausgerichtet. Ein Mensch kann Grenzen, die für sich genommen sinnlos sind, nicht auf Dauer ertragen. Die Geschichte zeigt mit vielen Beispielen, dass Völker sich erheben, wenn die Unfreiheit zu schwer wird. Die Autokratie kann für viele Jahre, sogar für Jahrzehnte existieren, doch sie ist ihrer Natur nach instabil. Damit ist sie nie von Dauer. Denn Freiheit, einmal vom Volk ergriffen, lodert wie eine Fackel im Sturm und ist nicht zu ersticken!
Wie jede menschliche Gesellschaft so müssen auch wir die Frage beantworten: "Wollen wir in einer Welt leben, in der ein einzelner oder eine kleine Clique über das Schicksal aller entscheidet?" Oder erkennen wir, dass die Stärke der Individuen und die Stärke einer Gesellschaft nicht aus Unterordnung und Gehorsam, sondern aus maximal möglicher Freiheit, aus Selbstbestimmung erwächst?
Die heutigen modernen Staaten der "westlichen Wertegemeinschaft" haben offensichtlich autokratische Züge – in moderner Gestalt. Sie verstecken ihre Herrschaft hinter "Wahlen", sie sind jedoch hierdurch auch nur "Blanko-Scheck-Diktaturen". Die Medien sind kontrolliert, Opposition wird behindert und teilweise terrorisiert, Gerichte und Staatsanwaltschaften sind von Parteisoldaten abhängig. Wir sehen: Autokratie kann demokratische Formen simulieren, ohne demokratisch zu sein.
Die Autokratie gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Sie ist Mahnmal und Warnung an uns in der Gegenwart. Wer diese Warnung versteht, erkennt die Pflicht: für Freiheit, Recht und Eigenverantwortung einzutreten. Denn nur so kann das Volk verhindern, dass aus freien Staatsangehörigen mit unverbrüchlichen Rechten wieder Untertanen werden.
Fragen:
- Warum gibt es keine Volksentscheide in der BRD?
- Insbesondere zu Fragen von Krieg und Frieden, NATO, "EU", EURO etc. …?
- Wieso haben die Menschen, nachdem sie in Form von "Wahlen" einen Blankoscheck ausstellen mußten, nicht das Recht, diesen wieder zurückzuziehen?
- Warum wird das Subsidiaritätsprinzip nicht umgesetzt in der BRD?
- Warum hat noch nie ein Staatsanwalt im BRD-System ermittelt beim sogenannten "Fraktionszwang" (§§ 240, 113, 114, 241 StGB)?
- Wieso gibt es den § 146 Gerichtsverfassungsgesetz, der beinhaltet, dass Staatsanwaltschaften Parteisoldaten ("Justizministern") weisungsgebunden sind?
- Wieso sind Richter in ihren Karriere- und Einkommenschancen von Parteisoldaten ("Justizministern") abhängig?
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