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Leeres Merz-Versprechen: Statt Entlastungen kommen weitere Belastungen | NIUS Live

14-07-2026, 20:23

Bundestag und Bundesregierung sind in die Sommerpause gestartet – im Gepäck zwei große Versprechen: spürbare Steuerentlastung und sinkende Rentenbeiträge. Doch was Kanzler Friedrich Merz den Bürgern verspricht, hält einer genauen Prüfung nicht stand. Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Frank Hechtner (FAU Erlangen-Nürnberg) im Auftrag der FAZ zeigen: Für nahezu jede Einkommensgruppe wird es 2028 unterm Strich teurer – nicht günstiger.

Wir rechnen die konkreten Zahlen durch: Ob Mindestlohn-Bereich, Facharbeiter mit 4.500 Euro brutto, Besserverdiener mit 75.000 Euro oder die klassische Familie mit zwei Kindern – bei allen frisst die Erhöhung der Rentenbeiträge und der Pflegeversicherung die versprochene Steuerentlastung wieder auf. Rechnet man zusätzlich die kalte Progression ein, also den Kaufkraftverlust durch Inflation, kippt die Bilanz für viele sogar noch deutlicher ins Minus. Selbst die Kindergelderhöhung entpuppt sich bei genauem Hinsehen als reiner Inflationsausgleich, nicht als echte Entlastung.

Parallel dazu tritt das sogenannte GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz in Kraft: Zwölf Milliarden Euro werden bei medizinischen Leistungen gekürzt, während gleichzeitig elf Milliarden Euro Kassenleistungen an Bürgergeld-Empfänger fließen. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler bleiben einem Durchschnittsverdiener inzwischen nur noch 46,9 Cent von jedem verdienten Euro – 53,1 Cent gehen an den Staat.

Bei NIUS Live analysieren wir, was hinter den politischen Versprechen wirklich steckt, warum das Vertrauen vieler Bürger in den Sozialstaat bröckelt und weshalb die Regierung ausgerechnet dort nicht spart, wo die größten Ausgabenblöcke entstanden sind.

Bei NIUS Live sprachen NIUS-Kolumnist Gunnar Schupelius, NIUS-Reporter Julius Böhm und STATEMENT-Chefredakteurin Birgit Kelle mit Moderator Alex Purrucker über das Thema.
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