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Erwachens: Zurück in die Zukunft

15-07-2026, 17:49

von Michael Krater

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe kritische Mitmenschen,

schreiben zu können, hat zumindest für mich einen therapeutischen Charakter und somit möchte ich Sie gerne mit auf meine eigene kleine persönliche Reise des "Erwachens" mitnehmen. Eine subjektive Erzählung von sicherlich vielen Tausenden, die erzählt werden könnten und hoffentlich noch erzählt werden.

1996 und 1997 habe ich mit meinem 1930 geborenen und 2014 in der BRD verstorbenen Vater zwei sehr aufschlussreiche Reisen nach Ostpreußen, bis vor die Demarkationslinie zur Exklave Königsberg/Kaliningrad, unternommen.

Bei der Trauerfeier zur Beerdigung meines Vaters konstatierte der Pastor, dass diese beiden Reisen mit seinem jüngsten Sohn in seine Heimat die "Highlights" Fritz' - meines Vaters - in seinem Leben gewesen sind.

Fritz war Zeit meines Lebens ein traumatisierter Mann. 1944 auf der Flucht in Bartenstein von seiner Mutter getrennt, benötigte er drei Jahre mit wechselseitigen Inhaftierungen, um 1947 schließlich von der Insel Sylt aus mit Hilfe des DRK mit seiner Familie im Ruhrgebiet zusammengeführt zu werden.

Das konnte nicht gut gehen! Fritz machte sich älter und wurde für eine kurze Zeit von der Fremdenlegion für einen Einsatz in Tunesien angeworben.

Die übliche Geschichte danach:

Mann trifft Frau. Keine Wohnung. Mann heiratet schwangere Frau. Wohnung greifbar und dann realisiert.

Zweites Kind, Chaos und immer wieder Fluchtversuche von Fritz in Richtung Ostpreußen.

Als ich dann - quasi als eine Art Wunschkind - 1961 auf die Welt gekommen bin, wurden die Fluchtversuche eingestellt. Die Traumata blieben.

1996 und 1997 wusste ich noch nicht um den Status der BRD. Tatsächlich habe ich lediglich gehofft, mit dem Heimattourismus eine bisher nie vorhandene Nähe zu meinem Vater herzustellen, was sicherlich auch gelungen ist, ich aber erst später verstanden habe.

Ich konnte aber ab diesem Zeitpunkt immer besser verstehen, was mit diesem Menschen in seiner pubertären Entwicklung passiert sein muss und irgendwann habe ich akzeptieren können, dass er so ist, wie er ist.

Tatsächlich habe ich aber auch schon 1996/97 gemerkt, dass ich eine besondere emotionale Nähe zu diesen geographischen Breitengraden entwickeln würde.

Als ich dann irgendwann - es begann mit der Euro-/Griechenland-Krise Anfang der 2010er Jahre - über ESM und sonstige Rettungspakete immer mehr und immer näher zu den Wurzeln der BRD gelangen konnte, war der Weg der Information zurück bis zum Kaiser-Reich vorprogrammiert.

Damit habe ich mich anfangs sehr sehr schwer getan. Diese Pickel-Hauben-Nummern, Radetzky-Märsche etc. pp. Da wollte ich als Kriegsdienstverweigerer und Unterschicht-Emporkömmling eigentlich nichts mit zu tun haben.

Ich als Stones-und Status Quo-Fan!

Irgendwann Mitte der 2010er Jahre habe ich dann angefangen zu verstehen, als mir das erste Mal die Personalausweisnummer

( Lediglich Vermutung dass... nur ein Staatsangehörigkeitsausweis etc...) begegnet ist.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich für mich eine Verbindung erkennen können. Die zu meinen Ahnen und insbesondere zu meinem Vater, mit dem ich zum Glück zum Zeitpunkt seines Todes 2014 im Reinen war. Ich konnte und wollte nicht verstehen, dass der 1903 geborene Preuße (Großvater) und sein 1930 geborener Sohn als Staatenlose in der BRD verstorben sind.

2020 - als der große Schnupfen unser Leben dominieren sollte - habe ich dann - zusammen mit meiner Frau die Initiative ergriffen, mich gründlich vorbereitet und 2021 dann - im Zuge der anstehenden möglichen Impfverpflichtungen - meine Staatsangehörigkeit im Königreich Preußen festgestellt und nachgewiesen.

Seit 2021 führe ich - nach der Ablehnung der Feststellung - dieses Verfahren vor dem VG und bald ist eine mündliche Verhandlung angesagt. Parallel dazu klage ich gegen Bund und Stadt auf die Herausgabe der von mir unterschriebenen Anträge auf Ausstellung der Personalausweise seit 1981.

Entgegen der (verständlich) apostrophierten Aussichtslosigkeit meiner Verfahren, habe ich mich zu diesen Schritten entschlossen, weil ich es schwarz auf weiß begründet wissen will. Für mich und für meine Ahnen. Und auch vor dem Hintergrund, dass es die BRD gibt. Sie ist da und das kann niemand wegdiskutieren.

Ich wünsche mir, dass die vielen kritischen Menschen, die nicht so wie ich - mittelbar - Kriegsopfer sind, viel einfacher, gelassener (emotionsloser) an die ganze Sache herangehen können.

Es bedarf zunächst lediglich sich in das Grundgesetz FÜR die BRD einzuarbeiten und die zunächst unverständlichen Artikel herauszuarbeiten und zu hinterfragen. Alles andere ergibt sich für Wissbegierige von selbst.

Über allem "thront" hier der Artikel 146 des GG.

Wer diesen Artikel in seiner Substanz der Möglichkeiten (die deutsche Sprache ist sehr präzise!) versteht und sich die Frage stellt, warum dieser Artikel eine Art Dornröschenschlaf hält, halten muss, der wird zu dem Ergebnis kommen können, dass die Umsetzung dieses Artikels von verschiedenen Seiten nicht gewollt ist.

Mir hat immer geholfen und hilft mir heute noch, dass ein "Zurück in die Zukunft" nicht an die Bilder geknüpft ist, die wir so erlernt haben.

Das früher mehr LAMETTA war ist unbestritten, aber wer benötigt heute schon noch LAMETTA?

Insofern sehe ich auch die "Bundesstaaten-Treffen" in der dargebotenen Form kritisch. Ich kann den Hintergrund verstehen, bin mir aber ziemlich sicher, dass die jüngeren grundsätzlich interessierten Menschen, sich eher von den " militaristisch anmutenden " Aufzügen der Bundesstaaten distanzieren.

Diese kritische Anmerkung kann ich leider (noch) nicht mit Vorschlägen zur Verbesserung ausgestalten.


Glückauf aus Gelsenkirchen!

Michael Krater

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