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„Die Menschen sollen Angst haben“

10-07-2026, 13:23

von PAUL SCHREYER

Vor der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages kam erstmals die Corona-Risikobewertung zur Sprache. Erst deren Anhebung durch das Robert Koch-Institut ermöglichte den Lockdown und die Grundrechtsbeschränkungen im März 2020. Wer aber entschied das? Ein Blick über den deutschen Tellerrand zeigt, was damals passierte.

Helge Braun stützt sich schutzsuchend auf seine verschränkten Arme. Nein, einen Shutdown habe man am Sonntag, dem 15. März 2020 nicht beschlossen. Merkels damaliger Kanzleramtschef formuliert bedächtig und blickt, um Freundlichkeit bemüht, in die weite Runde des Europasaals in der vierten Etage des Paul-Löbe-Hauses, gleich zwischen Kanzleramt und Bundestag. An die Adresse der Sachverständigen der Enquete-Kommission, die ihm schräg gegenübersitzen, wendet er ein, „dass wir natürlich weder im Kanzleramt noch in Teilen des Kabinetts irgendeine solche Entscheidung hätten treffen können“, dies habe „gar nicht in der Verantwortung, in der Macht dieser Gruppe“ gestanden. Gleichwohl habe sich „selbstverständlich die Notwendigkeit eines Handelns auch mit entsprechenden Maßnahmen“ ergeben, so Braun. „Wir haben uns zu dem Zeitpunkt nahezu täglich das Risiko angeguckt und wir haben genau in diesem zeitlichen Zusammenhang sehr deutlich gesehen, dass wir uns in einem exponentiellen Wachstum befinden. Und das ist eben das Besondere.“

Nachgefragt hatte Tom Lausen, Sachverständiger für die AfD in der Corona-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, wo an jenem 7. Mai 2026 diese Frage erstmals angesprochen wurde – eine Frage, die im Zentrum der gesamten Coronakrise steht: Wer hat auf welcher Grundlage veranlasst, dass das Robert Koch-Institut (RKI) die Risikobewertung im März 2020 auf „hoch“ setzte, was Lockdown und Freiheitsbeschränkungen erst ermöglichte? Multipolar hatte sich um die Offenlegung der RKI-Krisenstabsprotokolle vor allem aus dem Grund bemüht, um dies zu erfahren. Denn die Gerichte argumentierten bei allen Zurückweisungen der Klagen von Bürgern gegen die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen mit jener Risikobewertung, die stets als untantastbar, unhinterfragbar galt.

Und so hatte es für beträchtliche politische Aufregung gesorgt, als Multipolar im Frühjahr 2024 aus dem schließlich freigeklagten Protokoll des RKI-Krisenstabs vom Montag, dem 16. März 2020 zitierte, dass „am Wochenende“ vom 14. auf den 15. März „eine neue Risikobewertung vorbereitet“ worden sei und „diese Woche hochskaliert“ werden solle, „sobald [geschwärzt] ein Signal dafür gibt.“ Dass der geschwärzte Name dem damaligen RKI-Vizepräsidenten Lars Schaade gehörte, erfuhr die Öffentlichkeit zwei Monate nach dem ersten Multipolar-Bericht. Unter Druck gesetzt von einem geradlinigen Richter am Verwaltungsgericht Berlin sowie dem medialen Wirbel rund um die Veröffentlichung der Protokolle hatte das RKI die Dokumente Ende Mai 2024 schließlich auch entschwärzt vorgelegt – wogegen es sich zuvor mit einer Armada teurer Anwälte jahrelang gewehrt hatte.

Ein politischer Beschluss?

„Es soll diese Woche hochskaliert werden“ – nicht etwa „wir beim RKI wollen das“ oder „wir müssen darüber beraten“, nein, „es soll“. Ein politischer Beschluss? Dass die Behörde nicht autonom über die Corona-Risikobewertung entschied, ist durch die RKI-Protokolle – insbesondere das Leak der vollständigen Dokumente sowie interner Mails im Juli 2024 – hinreichend deutlich geworden. So schrieb Schaade am 23. Februar 2020 in einer Mail an Wieler und hochrangige RKI-Kollegen: „Herr Rottmann [Heiko Rottmann-Großner, Unterabteilungsleiter im Gesundheitsministerium, Anmerkung P.S.] hat aufgrund der Situation in Italien um eine aktualisierte Risikobewertung gebeten.“ Am 2. März 2020 wiederum ist in den Protokollen zu lesen: „Es gab Kritik vom BMG [Bundesgesundheitsministerium, Anmerkung P.S.], dass das Risiko vom RKI zunächst zu gering eingestuft war.“ Die Regierung nahm also direkten Einfluss auf die Risikobewertung des RKI. Zu den genaueren Umständen präzisierte das Bundesgesundheitsministerium im Juli 2024 in einer schriftlichen Auskunft auf eine AfD-Anfrage:

„Die Entscheidung zur Hochstufung der Risikobewertung des RKI auf ‚hoch‘ wurde am Sonntag, dem 15. März 2020 vom damaligen Präsidenten des RKI [Lothar Wieler] und dem damaligen Vizepräsidenten [Lars Schaade] getroffen; weitere Mitarbeitende des RKI waren daran nicht beteiligt.“

Der Beschluss erfolgte somit ohne Diskussion im Krisenstab, dem dieses „es soll hochskaliert werden“ einen Tag später lediglich durch die Behördenleitung vorgetragen wurde, als Marschbefehl. Die Anwälte des RKI bestätigten in einem Schreiben vom September 2023 an das Verwaltungsgericht Berlin im Namen ihres Mandanten:

„Nach Abschluss dieser Prüfung bleibt es dabei, dass keine weiteren Dokumente vorhanden sind, die sich mit der Änderung der Risikobewertung (…) von ‚mäßig‘ auf ‚hoch‘ befassen. (…) Informationen, die nicht vorhanden sind, kann die Beklagte nicht herausgeben.“

Bis zur Veröffentlichung der RKI-Protokolle war man in Deutschland davon ausgegangen, dass die Entscheidung zur Hochstufung der RKI-Krisenstab getroffen habe, nach einer Beratung der dort versammelten Fachleute. Das RKI selbst hatte das auch so dargestellt, etwa im Dokument „COVID-19: Grundlagen für die Risikoeinschätzung des RKI“, das die Behörde 2020 auf seiner Webseite veröffentlichte:

„Die Risikobewertung wird durch den RKI-Krisenstab formuliert und situativ adaptiert. (…) Die Risikoeinschätzung ist die Beschreibung und Einschätzung der Situation für die Bevölkerung in Deutschland. Sie (…) nimmt (…) keine Vorhersagen für die Zukunft vor. Stattdessen beschreibt sie die aktuelle Situation für die Gesamtbevölkerung. (…) Die für die Schwerebeurteilung (= Schadensausmaß) genutzten drei Kriterien bzw. Indikatoren (Übertragbarkeit, Schwereprofil und Ressourcenbelastung) [werden] mit jeweils messbaren Größen beurteilt.“

Nur war das eben gar nicht passiert. Die Fachleute des Krisenstabes hatten zur Frage der Hochstufung selbst nichts „beurteilt“, „formuliert“ oder „adaptiert“, sondern lediglich die Ansage der beiden Vorgesetzten zur Kenntnis genommen. Die Behauptung, das RKI habe die Hochstufung – und damit die Grundlage für Lockdown und Ausnahmezustand – auf Basis fundierter wissenschaftlicher Beratungen seiner Fachleute getroffen, war im Lichte dieser Informationen nicht länger haltbar. Die Hochstufung – von der erst im Mai 2026 bekannt wurde, dass Wieler und Schaade sie am Telefon und ohne Protokollierung beschlossen – erfolgte abrupt und ohne dokumentierten Diskussionsprozess. Aber auf wessen Anweisung? Kaum vorstellbar, dass Wieler und Schaade hier allein, ohne politische Rückendeckung agiert hatten.

15. März: Kanzleramt stellt „große Weiche“

Vor der Enquete-Kommission nahmen Tom Lausen und Stefan Homburg, ebenfalls von der AfD als Sachverständiger benannt, die Verantwortlichen Lars Schaade und Helge Braun dazu ins Kreuzverhör – einer der seltenen Momente, in denen die Atmosphäre in der Enquete an einen Untersuchungsausschuss erinnerte, wie ihn alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien weiterhin ablehnen. Lausen und Homburg präsentierten einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, erschienen am 25. April 2020, und zitierten daraus:

„15. März. Im Kanzleramt tritt ein kleiner Kreis zusammen, der eine große Weiche stellen wird. Neben Merkel ist Vizekanzler Olaf Scholz da, Kanzleramtschef Braun, Innenminister Seehofer, Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wieler. (…) Die Runde im Kanzleramt wird sich einig, einen Horror italienischen Maßstabs mit einer klaren Strategie zu verhindern: die Zahl der Infektionen so niedrig wie möglich zu halten, bis Medikamente und ein Impfstoff entwickelt sind. Das bedeutet: Shutdown in Deutschland.“

Der 15. März war auch genau jener Tag, an dem Wieler und Schaade die Hochstufung beschlossen. War dies also aufgrund der Übereinkunft im Kanzleramt geschehen? Das wäre von hoher Brisanz. Vor der Enquete reagierten Braun und Schaade dazu ausweichend. Kein Wunder: Denn handelte es sich tatsächlich um eine politische Entscheidung, dann dürften zahlreiche höchstrichterliche Urteile zur Legitimität der Corona-Maßnahmen hinfällig sein, die sämtlich darauf abhoben, die Risikobewertung sei eine unabhängig getroffene, rein faktenbasierte Einschätzung von fachlich versierten Wissenschaftlern, und damit ein ebenso solides wie zu akzeptierendes Fundament für das folgende restriktive Regierungshandeln. „Trust the science“ – man glaubte der RKI-Spitze um Lothar Wieler ganz einfach, dass die Hochstufung der Risikobewertung wissenschaftlich begründet gewesen und nicht bloß auf politischen Zuruf gefällt worden sei. Überprüft worden war das aber nie, von keinem Gericht, keinem Parlament und auch von keinem Leitmedium – bis heute nicht.

Dabei hatte Lars Schaade im September 2024, nach Veröffentlichung der RKI-Protokolle, als Zeuge vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück selbst eingeräumt, dass das RKI bei der Risikobewertung in einem politischen Einflussfeld agierte: Die Risikobewertung habe „normativen Charakter“, so Schaade, sei also regelsetzend, und falle deshalb in den Bereich des politischen „Managements“.

„Maßstab ist, was uns die Wissenschaftler sagen“

Nahezu alles hing an dieser Entscheidung. So hatte die Tagesschau am 20. März 2020 ihrem Publikum erklärt: „Staatsrechtler räumen ein, dass Ausgangssperren in Deutschland rechtliches Neuland sind. Da aber das Robert Koch-Institut die Corona-Gefährdung in Deutschland als 'hoch' einschätzt, lasse sich eine Ausgangssperre auf Grundlage des (...) Infektionsschutzgesetzes begründen (...)“. Merkel selbst hatte sich schon am 16. März, einen Tag nach ihrem Treffen mit Wieler im Kanzleramt, in einer öffentlichen Stellungnahme hinter dessen RKI versteckt: „Der Maßstab ist, was uns die Wissenschaftler sagen.“ Eine Täuschung, da man diesen Maßstab als Regierung selbst beeinflusste?

Diesen Eindruck teilen viele, die der Überzeugung sind, die Bundesregierung habe in der Corona-Zeit bewusst gegen die Bevölkerung agiert, in böser Absicht. Anderen wiederum erscheint die Hochstufung völlig unspektakulär, als gut begründete Notwendigkeit. Was stimmt nun?

Will man sich einer Antwort nähern, scheint ein Blick über den deutschen Tellerrand angeraten. Denn „Corona“ war damals überall. Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell, dort verantwortlich für einen anderen Weg, schrieb in seinem Buch über jene Zeit, es habe international „ein kolossaler Druck“ geherrscht. Allerdings lege man in Schweden traditionell großen Wert auf eine „strikte Trennung zwischen Behörde und Regierung“, was auch gesetzlich festgeschrieben sei. „In einem zentralistisch gesteuerten Land wie beispielsweise Frankreich kann ein Minister in die laufende Arbeit eingreifen, während die schwedische Behörde weitestgehend unabhängig von der Regierung agieren kann.“ Wie sah es anderswo aus?

Liveticker-Hysterie

Ein Blick in den hektischen Nachrichten-Liveticker aus der Woche im März 2020, die der Ausrufung des Lockdowns vorausging, verdeutlicht die damalige Dynamik:

  • Mittwoch, 11. März: 17:35 Uhr: WHO bezeichnet Coronavirus-Verbreitung als Pandemie.
    18.58 Uhr: Trump trifft sich mit Bankchefs im Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump wird sich am Abend mit führenden Wall-Street-Managern treffen. Dabei soll diskutiert werden, wie die Finanzbranche auf die wirtschaftlichen Folgen des Virus-Ausbruchs reagieren soll, wie das Präsidialamt mitteilt. Im Weißen Haus erwartet werden die Chefs von Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs, Truist Financial und U.S. Bancorp. 22.20 Uhr: Italien schließt Bars, Restaurants und Geschäfte.

  • Donnerstag, 12. März: 02.10 Uhr: USA verhängen ab Freitag Einreiseverbot für Menschen aus Europa. 12.25 Uhr: China sieht Höhepunkt der Epidemie überschritten. Die Zahl der Neuerkrankungen gehe zurück. 14.15 Uhr: EZB kündigt zusätzliche Anleihekäufe an. 14.45 Uhr: Dax fällt um mehr als zehn Prozent. 20.20 Uhr: Frankreich schließt alle Schulen im Land. 21.20 Uhr: Dow Jones: Schwerster Verlust seit 33 Jahren

  • Freitag, 13. März: 12.40 Uhr: Bundesregierung sagt Kredite ohne Begrenzung zu. 15.46 Uhr: Spanien ruft wegen Coronavirus den Alarmzustand aus. 16.00 Uhr: In 13 Bundesländern bleiben Schulen und Kitas vorerst zu. 17.15 Uhr: WHO: Europa jetzt Epizentrum der Coronavirus-Pandemie. 20.38 Uhr: Trump ruft nationalen Notstand aus.

  • Sonnabend, 14. März: 20.00 Uhr: Shutdown in Frankreich. 21.06 Uhr: Israel ordnet umfangreiche Schließungen an. 21.13 Uhr: Spanien verhängt Ausgangssperre.

Am Sonnabend, dem 14. März ereignete sich zudem im Nachbarland Österreich ein politischer Paukenschlag: Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte an, ab Montag Österreich „auf Notbetrieb hinunterzufahren.“ Der österreichische Gesundheitsminister Rudi Anschober schrieb in seinem Buch „Pandemia“ später über diesen 14. März: „Der Tag der großen Entscheidung. Ein besonders wichtiger in meinem politischen Leben, aber auch eine Zäsur in der Geschichte der Zweiten Republik. Wie eine Riesenwelle rollt die Pandemie nun seit wenigen Wochen über ganz Europa. Immer schneller, immer höher, immer gewaltiger. (…) Jetzt muss rasch und konsequent gehandelt werden.“

Rudi Anschober und Jens Spahn beim EU-Gesundheitsministertreffen am 25. Februar 2020 in Rom | Bild: picture alliance / photothek / Thomas Koehler

Das war die Situation, als Merkel, Scholz, Braun, Seehofer, Spahn und Wieler sich am Sonntag, dem 15. März im Kanzleramt trafen – und Wieler gemeinsam mit Schaade beschloss, das Risiko sei nun nicht mehr „mäßig“, sondern eben „hoch“. War das kopflose Hysterie oder rational begründet? Noch einmal Merkels Kanzleramtschef Helge Braun: „Wir haben uns zu dem Zeitpunkt nahezu täglich das Risiko angeguckt und wir haben genau in diesem zeitlichen Zusammenhang sehr deutlich gesehen, dass wir uns in einem exponentiellen Wachstum befinden. Und das ist eben das Besondere.“

Exponentielles Wachstum?

RKI-Präsident Lars Schaade ließ der Enquete-Kommission nach seinem Auftritt am 7. Mai noch eine schriftliche Stellungnahme zukommen, in der eine Tabelle ebenfalls die starke Zunahme der Coronafälle in der Woche vor dem Lockdown hervorhob. Auch die Zahlen aus Österreich, das den Lockdown kurz vor Deutschland beschloss, bilden dieses exponentielle Wachstum deutlich ab – zumindest scheint es auf den ersten Blick so. Darauf berief sich auch Anschober in der Parlamentssondersitzung am 15. März in Wien:

„Unser Leben wird sich in den nächsten Monaten massiv verändern müssen, damit wir den Virus tatsächlich aushungern können. (…) Zu den Zahlen – nur um zu zeigen, wie die Entwicklung ist –: Am Mittwoch in der Früh waren wir in Österreich bei 206 Erkrankungen, am Donnerstag dieser Woche bei 302, am Freitag bei 428, am Samstag bei 602 und heute, Sonntag in der Früh, bei 800. – Wir können das stoppen, davon bin ich überzeugt. Diese Zuwächse können wir in den Griff bekommen. Es liegt in unserer Hand, in unser aller Hand, und in unserer gemeinsamen Verantwortung, dass wir es schaffen, diesen Virus auszuhungern. Da ist jetzt jeder und jede Einzelne gefragt und gefordert. (Beifall bei Grünen, ÖVP, SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) (…) 800 Erkrankte gibt es derzeit in Österreich: Bei zehn Personen ist derzeit eine Inten- sivbehandlung erforderlich, 98 sind im Spital, und der größte Teil – und das ist auch ermutigend –, 85 Prozent, können zu Hause gepflegt werden und abwarten, dass sie gesund werden. – Von dieser Stelle aus sage ich all denen, die jetzt schon betroffen sind: Gute Gesundheit und gute Genesung!“

Anschober bezeichnete Menschen mit positivem Coronatest in seiner Rede irrtümlich als „Erkrankte“, was wesentlich zur Dramatik beitrug. Doch von dieser Semantik einmal abgesehen: Was war mit den beängstigend rasch ansteigenden Zahlen? Begründeten sie nicht ausreichend das Vorgehen der Regierung? Multipolar hat diese Zahlen zu den täglichen PCR-Tests nachträglich aus archivierten Seiten des Österreichischen Gesundheitsministeriums rekonstruiert (hier der daraus entstandene Datensatz) und grafisch aufbereitet.

Abb. 1: Positive Coronatests in Österreich („Fälle“) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Die Kurve wirkt tatsächlich bedrohlich und ist der Form nach aus der damaligen Tagespresse vertraut. Sie scheint Anschobers Darstellung zu stützen. Weniger bekannt ist, dass die Referenzgröße, die Menge der Tests, genau wie in Deutschland auch in Österreich, ähnlich stark anstieg wie die Zahl der positiv Getesteten. Anders gesagt: Es wurde vermehrt nach dem Virus gesucht – und dann auch mehr gefunden.

Abb. 2: Positive Tests (blau) und Gesamtanzahl der Tests (orange) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Für Deutschland hatte Multipolar diesen Zusammenhang bereits im März 2020 recherchiert: Die Vervielfachung der Fälle ging auch hierzulande mit einer gleich starken Vervielfachung der Tests einher, wie selbst das RKI einräumen musste. Noch verständlicher wird der täuschende Eindruck der Kurve in Abbildung 1, in der die Fälle kumulativ – also aufsummiert – dargestellt werden, wenn man sich stattdessen die Zahl täglich neuer Fälle und täglich neuer Tests anschaut, die Beträge also nicht fortlaufend weiter aufsummiert.

Abb. 3: Neue positive Tests pro Tag (blau) und Gesamtanzahl neuer Tests pro Tag (orange) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Man sieht, dass die Anzahl der täglichen Coronatests in Österreich in der Woche vor dem ersten Lockdown ab dem 9. März massiv nach oben gedrückt wurde – von 200 auf fast 900. Der entscheidende Wert, die Positivenquote – also der Anteil der positiven Fälle an allen Tests (was die Verbreitung des Virus anzeigte) – erhöhte sich in der Woche vor dem Lockdown hingegen nur moderat: von 14 Prozent am Montag auf 17 Prozent am Sonnabend, als Kanzler Kurz den Lockdown verkündete.

Abb. 4: Anteil positiver Tests pro Tag in Prozent (27.2.-14.3.2020) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Daran war nichts „exponentiell“. Im Gegenteil, die Kurve der Positivenquote befand sich am Ende der entscheidenden Woche sogar schon wieder im Sinkflug. Die geringe Dramatik wird noch deutlicher, wenn man sich einen längeren Zeitverlauf anschaut, bis hin zum 1. April 2020.

Abb. 5: Anteil positiver Tests pro Tag in Prozent (27.2.-1.4.2020) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Bereits ab dem 13. März, noch vor dem Lockdownbeschluss, hatte sich die Quote der positiven Tests um 20 Prozent herum eingependelt. Von einer stark wachsenden Ausbreitung des Virus konnte keine Rede sein. Diese Zahlen erfasste und veröffentlichte das österreichische Gesundheitsministerium damals täglich – wenn sie auch nicht tabellarisch oder grafisch publiziert wurden, sondern lediglich als täglich neu aufsummierte Einzelzahl. Intern dürften solche Tabellen und Kurven von den Fachleuten im Ministerium aber selbstverständlich geführt worden sein. Die Positivenquote stieg jedenfalls ab dem 12. März nicht mehr dauerhaft. Steigende Fallzahlen wurden fortan bloß noch durch eine steigende Testmenge generiert.

Abb. 6: Neue positive Tests pro Tag (blau) und Gesamtanzahl neuer Tests pro Tag (orange) | Datenquelle: Österreichisches Gesundheitsministerium

Wie schon in Abbildung 3 sieht man auch hier, dass die blauen Balken (positive Tests) durch die roten Balken (Testmenge) „hochgezogen“ wurden. Den Fachleuten war dieser Zusammenhang klar. So ist in den 2026 freigegebenen Protokollen des Corona-Krisenstabs der Stadt Köln unter dem Datum 13. März 2020 zu lesen: „Wo viel gemessen wird, wird auch viel gefunden. Derzeit keine Eskalation.“ Das RKI hielt gleichen Sinnes in seinem Krisenstabsprotokoll vom 6. April 2020 fest, es stelle sich „generell die Frage“, ob „die Fallzahl aufgrund vermehrter Testung steigt“, denn „eine Zunahme der Testungen kann einen künstlichen Anstieg erzeugen, ohne dass sich der epidemiologische Verlauf ändert“.

Warum die Aufregung?

Auch andere Zahlen gaben damals Anlass zur Entwarnung. So sammelte das RKI schon seit Jahren eine repräsentative Stichprobe zur Verbreitung von Atemwegsviren in Deutschland („AGI Sentinel“ – ein Hinweissystem angeschlossener Arztpraxen), wo ab Ende Februar 2020 auch auf Corona getestet wurde. Die Ergebnisse waren ernüchternd undramatisch. Am 3. März hatte das RKI-Krisenstabsprotokoll zu den Untersuchungen des repräsentativen Sentinels vermerkt: „gestern 80 Proben getestet, alle negativ“, am 6. März: „gestern 213 Proben getestet, alle negativ“, und am 11. März dann: „AGI Sentinel Surveillance: kein neuer Fall“. Am 13. März schließlich, unmittelbar vor dem Lockdownbeschluss, vermeldete das RKI, in der aktuellen Woche sei bloß „in einer von 192 untersuchten Sentinelproben (0,5 %) SARS-CoV-2 identifiziert worden“. Was also war eigentlich los? Warum die ganze Aufregung?

Das fragten sich auch die Fachleute der Regierung in Österreich. Franz Allerberger, Facharzt für Infektiologie, Hygiene und Mikrobiologie, leitete damals den Bereich Öffentliche Gesundheit beim österreichischen RKI-Pendant AGES, saß im Beraterstab der Coronavirus-Taskforce des Gesundheitsministeriums in Wien und stand mehrfach mit Gesundheitsminister Anschober vor der Kamera. Bereits in der Woche vor dem Lockdown argumentierte er für den schwedischen Weg. Am 14. März warnte er seine Kollegen per Mail:

„Wir sollten versuchen, die derzeitige Sprachregelung bald zu ändern und möglichst schnell von der Botschaft ‚ganz gefährliches Virus‘ wegkommen. Das Virus ist so weit verbreitet, dass alles andere dazu führen wird, alles lahmzulegen, was Kollateralschäden verursacht, die weit über Covid-19 hinausgehen. Jede Botschaft, die als ‚ganz gefährliches Virus‘ missinterpretiert werden kann, ist kontraproduktiv. Sars-CoV-2 ist für über 80 Prozent der Bevölkerung nicht gefährlich.“

Rudi Anschober und Franz Allerberger am 2. April 2020 vor der Presse in Wien | Bild: picture alliance / Hans Punz / APA / picturedesk.com

Allerbergers Sicht wurde damals von mehreren hochrangigen Fachleuten in Wien geteilt. Er schilderte, dass außerdem im Fachbeirat der Europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC, dem er angehörte, damals „ein Drittel der Experten der Meinung“ war, das Virus sei „nicht so tödlich wie angenommen, sondern eher grippeähnlich.“ Auch RKI-Vize Lars Schaade hatte noch am 28. Februar öffentlich erklärt: „Meine Einschätzung wäre, dass sich das in etwa bewegt in der Schwere wie eine starke bis sehr starke Grippewelle.“

Doch seltsamerweise blockten die Regierungen – und mit ihnen die Medien – solche fachlichen Einschätzungen aus berufenem Munde damals sämtlich ab. Am 12. März war Allerberger bei einer Sitzung auf Bundeskanzler Kurz getroffen, der einen klaren Kurs in die entgegengesetzte Richtung ausgab. So heißt es in einem internen Regierungsprotokoll jenes Tages, das einen Monat später an den österreichischen Rundfunk geleakt wurde:

„Kurz verdeutlicht, dass die Menschen vor einer Ansteckung Angst haben sollen bzw. Angst davor, dass Eltern/Großeltern sterben. Hingegen sei die Angst vor der Lebensmittelknappheit, Stromausfälle etc. der Bevölkerung zu nehmen.“

Dass die Regierung es sich zum Ziel setzte, der Bevölkerung Todesangst zu machen, darf nicht nur als abstoßend und unmoralisch gelten – es ist vor allem erklärungsbedürftig, um so mehr angesichts der wenig dramatischen Zahlen. Was war passiert?

Virus aus dem Labor

Erst im März 2025 wurde dazu etwas sehr Wesentliches bekannt: Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND informierte demnach zu Beginn der Coronakrise Kanzleramtschef Helge Braun und Kanzlerin Angela Merkel, dass das Virus offenbar menschengemacht sei und aller Wahrscheinlichkeit nach aus einem Labor stamme. Die Regierungsspitze hielt diese Information geheim. Jens Spahn war nach eigener Aussage nicht informiert. Merkel selbst sah sich nach Bekanntwerden auf Pressenachfrage „außerstande, sich zu der Sache zu äußern“ – und schweigt seither konsequent dazu.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang Lothar Wielers Vertrautheit mit dem damaligen BND-Chef Bruno Kahl: Beide sind „enge Freunde“, „kennen sich seit Studienzeiten“ und „rudern bis heute gemeinsam auf dem Wannsee, Achter mit Steuermann“, so der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo 2021 in seinem Buch „Ausbruch“. Zu klären bleibt also: Lag die Information zur wahrscheinlichen Laborherkunft Merkel, Braun und Wieler auch am 15. März 2020 vor, als der Lockdown und die Hochstufung der Risikobewertung beschlossen wurden? Wusste auch der österreichische Bundeskanzler Kurz von dem künstlich scharf gemachten Virus, als er am 12. März intern zur Angstmache aufrief, wider den Rat der Experten, wider die Evidenz der Zahlen?

Der deutsche Geheimdienst war mit seiner brisanten Einschätzung jedenfalls nicht allein in Europa. Ebenfalls 2025 berichtete die britische Presse, dass auch die dortige Regierung damals entsprechend informiert wurde. So sandte der ehemalige Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, Richard Dearlove, im März 2020 ein geheimes Dossier an Premierminister Boris Johnson, wonach „kein vernünftiger Zweifel“ daran bestehe, dass das Virus aus einem chinesischen Labor stamme. Dearlove äußerte damals gegenüber dem britischen Innenministerium die Vermutung, dass die „wissenschaftlichen Einrichtungen in den USA und im Vereinigten Königreich sich abgesprochen haben, um eine Diskussion über den Ursprung der Covid-Pandemie zu verhindern“. Laut einer Recherche des US-Journalisten Seymour Hersh wusste die CIA bereits Ende November 2019 durch einen eigenen Agenten in Wuhan, dass ein Virus aus dem dortigen Labor entwichen war. Das passt zu einem älteren Bericht des US-Senders ABC, wonach das National Center for Medical Intelligence (NCMI) des US-Militärs „Ende November [2019] vor einer Seuche in der chinesischen Region Wuhan warnte“.

In diesem Licht betrachtet wird vieles plausibel – plausibler möglicherweise als die verbreitete Annahme, Regierungschefs weltweit hätten sich damals verschworen, um aus Herrschsucht oder im Interesse elitärer Kreise und Konzerne ihre Bevölkerungen zu unterdrücken. Zwischen diesen beiden Sichtweisen sind gleichwohl noch weitere Facetten denkbar. So gab es zahlreiche Trittbrettfahrer, also Akteure, die den internationalen Trend – wer oder was auch immer diesen initiiert hatte – erkannten, für sich zu nutzen versuchten und damit die Situation weiter eskalierten.

Kurz hört auf Netanjahu: Lockdown in Österreich

Um zu einem solchen Trittbrettfahrer – dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu – zu kommen, ist ein gedanklicher Umweg vonnöten, wieder über Österreich. Bundeskanzler Sebastian Kurz, damals 33 Jahre alt, suchte immer wieder die Nähe zu Mächtigen. In seiner Zeit als Außenminister hatte er 2015 das Silicon Valley besucht und dort erklärt, „globale Herausforderungen und Krisen“ erforderten „einen Schulterschluss der Politik mit neuen Medien wie Facebook und Co.“ 2018, inzwischen Kanzler, traf er Bill Gates, den er als „extrem inspirierend“ bezeichnete und lud den mächtigen langjährigen Google-Chef Eric Schmidt nach Wien ein. Schmidt lobte Kurz dort als den „vermutlich konsequentesten jungen Kanzler weltweit“ und beriet ihn fortan. Im gleichen Jahr besuchte der umtriebige Kurz auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und sicherte diesem seine Unterstützung zu. Netanjahu lobte den Österreicher anschließend als „wahren Freund Israels und des jüdischen Volkes“.

Sebastian Kurz und Benjamin Netanjahu 2018 | Bild: Österreichisches Bundeskanzleramt (Video-Screenshot)

Erst wenige Monate im Amt, hatte Kurz also zu einigen der Mächtigen der Welt enge Bande geknüpft. Insbesondere die Beziehung zu Netanjahu sollte sich dabei als wesentlich erweisen für seine Corona-Politik, die wiederum Deutschland beeinflusste. Als entscheidend bezeichnete Kurz selbst ein Telefonat mit dem Israeli am Montag, dem 9. März 2020, also zu Beginn der Woche, die dem Lockdown vorausging. Dieses Gespräch habe ihn „wachgerüttelt“ und den Ernst der Corona-Krise erkennen lassen. Es sei auch nicht bei diesem einen Gespräch geblieben. „Ich erinnere mich, dass wir im März einige Telefonate hatten und er sagte, ihr nehmt das nicht ernst genug in Europa, vor allem in Österreich, und wir sollten mehr tun. Das war eine Art Weckruf für mich“, so Kurz in einer Danksagung an Netanjahu im April 2020.

Netanjahus eigene Beweggründe zu einem harten Durchgreifen waren dabei wohl durchaus machttaktischer Natur. Ende November 2019 hatte die israelische Generalstaatsanwaltschaft wegen Korruptionsvorwürfen Anklage gegen ihn erhoben. Der Politiker versuchte zu der Zeit schon monatelang erfolglos eine Regierung zu bilden, was immer wieder zu Neuwahlen führte. Netanjahu war Ende 2019 also in mehrfacher Hinsicht politisch schwer angeschlagen. Die Staatsanwälte warfen ihm vor, teure Geschenke von befreundeten Milliardären angenommen sowie Medienunternehmern Marktvorteile verschafft oder zumindest versprochen zu haben – im Gegenzug für eine gefällige Berichterstattung.

Der Korruptionsprozess sollte am 17. März 2020 beginnen. Doch drei Tage vorher verkündete Netanjahus Justizminister angesichts des Coronavirus einen Ausnahmezustand für Gerichte: Fast alle Verfahren sollten pausieren, auch der Prozess gegen den Regierungschef. In der Vorwoche hatte ein Gericht dessen Bitte um Verschiebung des Verfahrens noch abgelehnt.

Ausnahmezustand als politische Rettung

Netanjahu nutzte die Krise blitzschnell, um mit schärfsten und autoritärsten Maßnahmen wieder politisch Fuß zu fassen. „Errichtet er die ‚erste Coronavirus-Diktatur‘?“, titelte der „Spiegel“ am 20. März und schrieb:

„Israels Regierungschef Netanyahu regiert in der Coronakrise per Notdekret, stärkt den Geheimdienst und greift massiv in die Persönlichkeitsrechte der Bürger ein – ohne Kontrolle des Parlaments. (…) Am Mittwoch [18. März] verhinderte Yuli Edelstein, Parlamentschef und Parteifreund von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dass die Anfang März gewählten Abgeordneten ihren Job machen können. Er riegelte kurzerhand die Knesset ab und verhinderte damit nicht nur die Wahl seines eigenen Nachfolgers sondern auch, dass sich Parlamentskomitees konstituieren konnten – etwa ein Ausschuss, der den Umgang der Regierung mit der Coronakrise überwachen könnte. (…) Netanyahu hat also nur eine Minderheit der vom Volk gewählten Abgeordneten hinter sich, sein Parlamentssprecher und Parteifreund Edelstein blockiert aber die Rechte der Mehrheit. Deshalb sprechen längst nicht mehr nur politische Gegner Netanyahus von einem Putsch oder vom drohenden Ende der israelischen Demokratie.“

In jener Woche autorisierte Netanjahu außerdem den Inlandsgeheimdienst Schin Bet, die Handydaten der Bürger (die zuvor schon für „Antiterror“-Zwecke, wie zur Ortung von Gegnern, gesammelt wurden) zu nutzen, um Corona-Infizierte per Textnachricht aufzufordern, sich selbst zu isolieren. Bürger, die gegen solche Maßnahmen vor dem leeren Parlamentsgebäude demonstrierten, ließ er festnehmen. Mit Verweis auf das Virus hatte der israelische Regierungschef gleich noch ein Versammlungsverbot erlassen, auch das per Dekret, ohne Parlamentsbeschluss.

Um den Kreis zu schließen: Wenn Netanjahu bereits ab 9. März hinter den Kulissen mehrfach den österreichischen Bundeskanzler zu scharfen Maßnahmen aufforderte, dann tat er das wohl auch deshalb, um im Schatten solcher Eskalation seine eigene Macht zu sichern. Erst wenn andere Staatschefs Netanjahus scharfer Linie folgten, kam er damit selbst innenpolitisch durch, so das naheliegende Kalkül. Die Möglichkeit, einen Corona-Ausnahmezustand zu erklären, erschien vielen Politikern, die, auf welche Weise auch immer, in Schwierigkeiten steckten, verführerisch. Netanjahu jedenfalls erscheint als Trittbrettfahrer, der allerdings durch seine Beschlüsse seinerseits großen Einfluss auf den weiteren internationalen Verlauf der Krise nahm.

Und Wieler und Schaade, die deutschen Behördenleiter? Welche Erwägungen lenkten sie am 15. März 2020? Die „Fallzahlen“, deren fehlende Relevanz unter den Tisch fiel? Die dramatische Regierungserklärung von Kurz? Die Sorgen von Merkel? Das Geheimwissen über eine wahrscheinliche Laborherkunft, was in beängstigender Weise nahelegte, dass man es mit einer unberechenbaren Biowaffe zu tun hatte?

Notwendig bleibt ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der diesen Fragen nachgeht. Ob und wann er kommt, ist ungewiss. Bis dahin obliegt es nicht zuletzt der Geradlinigkeit von Richtern, Parlamentariern, Wissenschaftlern und auch Journalisten, die Suche nach der Wahrheit nicht im Sande verlaufen zu lassen.

Link zur Originalveröffentlichung.

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Baut euer Nachbar eine Garage ohne Genehmigung, steht das Bauamt am Gartentor. Verpfändet ein ganzes Land seinen wichtigsten Hafen an eine fremde Großmacht, feiert die Welt ihn drei Wochen später als Friedensstifter. In diesem Video schlagen wir die Akte auf, die genau diesen Unterschied erklärt – und die euch sonst keiner so zeigt.

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Hunderttausende Bürger der BRD, haben sich gegen Friedrich Merz vereint!

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Die stellvertretende Generalsekretärin der Bayernpartei, Nadine Holzner, äußert sich zur aktuellen Entwicklung rund um den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung: „Ganztagesbetreuung kann eine sinnvolle Unterstützung sein.

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Selbstbestimmungsrecht der Völker

Geht es Ihnen genauso wie vielen anderen auch? Sie denken über Selbstverwaltung nach? Es gibt in Deutschland sehr viele kleine Gruppen, die behaupten, sie seien Selbstverwalter. Viele haben bemerkt, dass die BRD nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. 

Die neue Zensur – wenn niemand das Reden verbietet, aber dennoch immer weniger gesagt wird.

Freiheit endet nicht erst dort, wo das Wort verboten wird. Sie endet auch dort, wo Menschen lieber schweigen, weil der Preis für ihre Meinung zu hoch geworden ist.

BRD – eine Demokratie?

Die Bundesrepublik Deutschland nennt sich eine freiheitliche Demokratie. Doch Demokratie ist mehr als ein Wahltag alle vier Jahre. Sie lebt davon, dass Bürger Macht begrenzen, Entscheidungen beeinflussen und Regierende zur Verantwortung ziehen können. Genau hier beginnt das Unbehagen: Der Staat beruft sich immer häufiger auf „unsere Demokratie“, während er zugleich den Raum verengt, in dem über diese Demokratie grundsätzlich gestritten werden darf.