Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Liebe Leserinnen und Leser,

Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.

Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.

Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.

Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.

Was treibt Deutschlands 800-Milliarden-Euro-Remilitarisierung an?

20-07-2026, 09:55

von Andrew Korybko

Ideologische, wirtschaftliche und persönliche Interessen sind für die verhängnisvolle Entscheidung der herrschenden liberalen Elite verantwortlich. Sie wird dazu führen, dass Deutschland die USA als Russlands wichtigsten wahrgenommenen Gegner ablöst.

Die Financial Times berichtete Anfang Juli, dass „Deutschland 800 Milliarden Euro für die Aufrüstung in einem historischen Wandel aufnehmen wird“. Der größere Zusammenhang ist das Konzept „NATO 3.0“, das die USA derzeit umsetzen: Sie drängen die europäischen Bündnispartner dazu, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen. In der Praxis bedeutet das, dass die EU die Eindämmung Russlands in West-Eurasien übernehmen soll – entsprechend dem neuen „Cordon sanitaire“, den Trump 2.0 im vergangenen Jahr um Russland errichtet hat. Deutschland soll dabei die Hauptrolle spielen.

Deutschland konkurriert derzeit mit Polen um die Führungsrolle in Mittel- und Osteuropa (MOE) und arbeitet dabei mit seinem ukrainischen Juniorpartner zusammen. Selbst wenn Polen es schaffen sollte, sich eine eigene Einflusssphäre zu sichern, sorgt Deutschlands geplante 800-Milliarden-Euro-Remilitarisierung dafür, dass das Land weiterhin eine Macht bleibt, mit der zu rechnen ist. Es ist bereits heute so, dass „die EU eine viel glaubwürdigere Bedrohung für Russland darstellt als umgekehrt“. Nun könnte Deutschland die USA als Russlands wichtigsten wahrgenommenen Gegner ablösen.

Der ehemalige russische Präsident und amtierende stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, warnte Anfang Mai vor der Bedrohung im Stil von 1941, die von Deutschlands Remilitarisierung ausgeht. Kürzlich argumentierte der führende russische Experte Dmitri Trenin, dass es inzwischen die EU – und nicht die USA – ist, die die Flammen des Krieges mit Russland schürt. Da Deutschland der de-facto-Führer der EU ist, ist es folglich das Land, das am stärksten dafür verantwortlich ist, NATO und Russland auf einen möglichen Zusammenstoß um 2030 zuzusteuern – genau wie es Moskau inzwischen für realistisch hält.

Die wichtigsten Triebkräfte hinter dieser Entwicklung sind ideologischer und wirtschaftlicher Natur. Die herrschende liberale Elite sieht ihr Theater des Neuen Kalten Krieges als einen Kampf zwischen „Demokratie und Diktatur“. Gleichzeitig überzeugt der militärisch-industrielle Komplex die vorsichtigeren Teile der Elite davon, dass massive Investitionen in diesen Bereich die Deindustrialisierung Deutschlands aufhalten könnten. Tatsächlich sind jedoch hohe Energiekosten und der Wettbewerb aus China die wahren Ursachen für diesen Trend.

Trotzdem hat die herrschende liberale Elite bereits beschlossen, mit Polen um die Führung in MOE und im europäischen Teil von „NATO 3.0“ zu konkurrieren – und zwar eindeutig auf Kosten der sozioökonomischen Stabilität des Landes. Britische Medien haben kürzlich festgestellt, dass „Deutschland still und leise auseinanderfällt“. Die Eindämmung Russlands – eines Landes, das absolut kein Interesse daran hat, das nuklear bewaffnete amerikanische Bündnisengagement für Artikel 5 auf die Probe zu stellen – hat heute Vorrang vor der Verbesserung der Lebensverhältnisse der deutschen Bevölkerung.

Das Festhalten der herrschenden liberalen Elite an dieser ideologischen Linie, von der einige fälschlicherweise glauben, sie sei der Schlüssel zur Wiederbelebung der schrumpfenden deutschen Wirtschaft, wird möglicherweise auch durch das erwartete Prestige beeinflusst, das mit dieser geopolitischen Rolle verbunden ist. Von ihren europäischen Kollegen dafür gefeiert zu werden – ganz zu schweigen von der öffentlichen Zustimmung der amerikanischen Elite, zu der sie aufgrund ihres Minderwertigkeitskomplexes aufblicken – ist ihnen persönlich wichtig.

Aus russischer Sicht wird Deutschland mit Abstand zu seiner ernsthaftesten Sicherheitsbedrohung in West-Eurasien. Kein verantwortungsbewusster Politiker sollte davon ausgehen, dass Deutschland von diesem Kurs abweichen wird. Ein Präventivschlag ist wegen Artikel 5 unrealistisch, und die durchschnittlichen Deutschen daran zu erinnern, dass sie nun aufgrund der Politik ihrer herrschenden liberalen Elite im nuklearen Fadenkreuz Russlands stehen, wird nichts ändern. Dennoch sollte niemand daran zweifeln: Würde die von Deutschland geführte EU Russland jemals angreifen, würde Russland mit Atomwaffen zurückschlagen.

Link zur Originalveröffentlichung.

Ähnliche Nachrichten

Redebeitrag von Carolin Bachmann (AfD) am 10.09.2026 um 16:27 Uhr (93. Sitzung, TOP Epl 25)

Weiterlesen

Maßnahmen statt Ausreden!

TRAMIN – „Das Südtiroler Ehrenamt unterscheidet sich von den Realitäten im italienischen Staatsgebiet und ist ein wesentlicher Teil der Kultur in Südtirol. Die Einrichtung des gesamtstaatlichen Registers RUNTS hat zahlreiche Südtiroler Vereine vor unüberwindliche bürokratische Probleme gestellt. Viele Vereine haben Probleme, ihre Tätigkeit fortzuführen, weil die Bürokratie und Zettelwirtschaft in keinem ordentlichen Verhältnis mehr stehen,“ schreibt Bezirksmajor Peter Frank in einer Presseaussendung.

Weiterlesen

Ein Leser kommentiert eine Passage unseres Beitrags über den amerikanischen Krieg gegen Russland von 1918 bis 1920. Unter Berufung auf Antony C. Sutton stellt er die These zur Diskussion, dass einflussreiche Kreise in den Vereinigten Staaten die bolschewistische Revolution nicht bekämpften, sondern bereits 1917 politisch und finanziell unterstützten. Die zugesandten Unterlagen veröffentlichen wir als Anstoß zur Prüfung und weiteren Debatte.

Weiterlesen

«Europa am Rockzipfel der USA»: BSW-Chef Fabio De Masi kritisiert EU-Kriegskurs 

Weiterlesen

Exklusive NIUS-Recherchen zeigen, dass ausgerechnet die Verantwortlichen des staatlich geförderten „Violence Prevention Network" (VPN) selbst tief im linksradikalen Milieu verwurzelt sind.

Weiterlesen

Peter Weber im Gespräch mit Anthony Lee, Landwirt & Unternehmer

Weiterlesen

Die „Eliten“ wollen den Krieg, weil sie Handlanger fremder Mächte sind. Auch deshalb- wählt am Sonntag die AfD. Wir werden zur Diplomatie zurückkehren.

Weiterlesen

Mit einem umfangreichen Regierungsprogramm sind wir bereit, Verantwortung für Sachsen-Anhalt zu übernehmen.

Weiterlesen
Calendar
«September 2026»
MoDiMiDoFrSaSo
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930 
Wenn der Staat seine Feinde sucht: Die Grenzen der wehrhaften Demokratie

Der Kampf gegen Extremismus ist eine der wichtigsten Aufgaben des demokratischen Staates. Doch jeder Kampf gegen einen Gegner verändert auch denjenigen, der ihn führt.

Der Fall der NPD zeigte, wie kompliziert diese Grenze sein kann: Verfassungsschutzbehörden waren mit Informanten in einer Partei präsent, die sie später verbieten lassen wollten. Heute steht Deutschland erneut vor einer Grundfrage: Schützt der Staat die Demokratie – oder kann die Logik des Schutzes selbst politische Wirkungen erzeugen?

Grundgesetz nach Bedarf: Artikel 146 vergessen, Artikel 37 griffbereit

Das Volk darf laut Grundgesetz eine neue Verfassung beschließen. Darüber redet kaum jemand. Über den Bundeszwang gegen eine noch gar nicht existierende AfD-Landesregierung dagegen schon. Zwei Artikel, ein Grundgesetz und eine unbequeme Frage: Welche Macht ist in Deutschland politisch eigentlich erwünscht, die des Souveräns oder die des Staates?

Der mündige Bürger und der erlernte Konsens: Was der Beutelsbacher Konsens über die Grenzen staatlicher politischer Bildung verrät

Deutschland wollte freie Bürger erziehen. Doch was, wenn aus dem Ideal des mündigen Bürgers am Ende ein Bürger geworden ist, der vor allem gelernt hat, welche Antworten als richtig gelten?