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Leipziger Drohne: Alle Merkmale einer False-Flag-Operation

3-09-2026, 18:30

von Andrew Korybko

Putin verurteilt die deutsche Darstellung des Drohnen-Vorfalls in Leipzig und spricht von einer False-Flag-Aktion. Tatsächlich weist der Vorfall alle Merkmale einer solchen Aktion auf.

Deutschland machte Russland für den Vorfall des vergangenen Monats in Leipzig verantwortlich. Dabei wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem Rollfeld in unmittelbarer Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge gefunden, eine zweite soll mit einem weiteren Frachtflugzeug kollidiert sein, das gerade landen wollte, ohne jedoch zu explodieren, und eine dritte wurde später in der Nähe des Geländes entdeckt. Putin verurteilte diese Darstellung, äußerte die Einschätzung, es handle sich um eine False-Flag-Aktion, bei der Beweise platziert worden seien, und spekulierte, das Motiv bestehe darin, von innenpolitischen Problemen abzulenken, indem man Angst vor Russland schüre.

Skeptiker mögen die Augen verdrehen, doch der Leipziger Vorfall trägt alle typischen Merkmale einer False-Flag-Operation. Zunächst unterstellt Deutschland Russland eine geradezu karikaturhafte Unfähigkeit. Die Öffentlichkeit soll glauben, dass die weltweit erfahrensten Drohnenpiloten – beauftragt mit dem, was der spektakulärste hybride Angriff auf die NATO aller Zeiten gewesen wäre – eine Drohne auf dem Rollfeld zurückließen, Pech hatten, als eine weitere nach dem Zusammenstoß mit einem landenden Frachtflugzeug nicht explodierte, und noch eine weitere in der Nähe liegen ließen. Das ist schwer nachvollziehbar.

Der zweite Punkt, der Putins Hypothese stützt: Im Herbst letzten Jahres ereignete sich etwas Ähnliches, als unbekannte Drohnen große Flughäfen in Skandinavien vorübergehend zur Einstellung des Flugverkehrs zwangen. Selenskyj machte erwartungsgemäß Russland verantwortlich und forderte die Schließung der dänischen Meerengen für russische Schiffe. Wie beim Leipziger Vorfall wurden nie Beweise für diese Behauptung vorgelegt. Dennoch diente der Vorfall als Präzedenzfall, um Russland künftig für rätselhafte Drohnenvorfälle in Europa verantwortlich zu machen und damit weitere Eskalationen gegen das Land zu rechtfertigen.

Schließlich könnte auf den Leipziger Vorfall – anders als bei Selenskyjs damaligem Vorschlag, der letztlich nicht umgesetzt wurde (wahrscheinlich um einen heißen NATO-Russland-Krieg zu vermeiden) – eine Eskalation folgen. Nun könnte die im Sommer gescheiterte Drohnenkampagne gegen Russland im großen Stil und auf unbestimmte Zeit wieder aufgenommen werden, um dessen Deindustrialisierung und Entmilitarisierung voranzutreiben. Ein solcher Versuch könnte im kommenden Jahr unternommen werden.

Beobachter sollten nicht vergessen, dass Deutschland inzwischen nach den USA der zweitwichtigste militärische Unterstützer der Ukraine ist und im Frühjahr eine Vereinbarung zur Entwicklung ukrainischer Fähigkeiten für Schläge in die Tiefe getroffen hat. Gleichzeitig stellt die deutsche Wirtschaft auf Kriegswirtschaft um, während das Land rasch aufrüstet, um bis 2039 Europas stärkste Armee zu stellen – vor dem Hintergrund der EU-Prognose eines möglichen Krieges mit Russland um das Jahr 2030. Diese Politik ist bei den Wählern jedoch unbeliebt. Deshalb braucht man den Leipziger Vorfall als Rechtfertigung.

Zusammengefasst: Die russische Drohnenhysterie in Skandinavien im vergangenen Herbst diente als Vorwand, um den Kreml künftig ohne Beweise für derartige Vorfälle verantwortlich zu machen – genau das hat Deutschland nun mit dem Leipziger Fall getan. Die Erzählung von der Inkompetenz russischer Drohnenpiloten ist schwer glaubwürdig, wird aber trotzdem verbreitet, um die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegswirtschaft zu rechtfertigen, von den damit verbundenen Problemen abzulenken und eine künftige ernsthafte Eskalation gegen Russland zu legitimieren.

Wie bereits geschrieben, könnte diese Eskalation darin bestehen, die gescheiterte Sommer-Drohnenkampagne gegen Russland im großen Stil und dauerhaft wieder aufzunehmen, um dessen Deindustrialisierung und Entmilitarisierung zu erreichen. Das birgt jedoch das Risiko, Russlands nukleare Schwelle gemäß der aktualisierten Doktrin zu überschreiten. Es besteht aber immer die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Deshalb wäre es für Deutschland am besten, auf Eskalation zu verzichten – so wie es die skandinavischen Staaten letztlich auch getan haben.

Link zur Originalveröffentlichung.

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