Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Liebe Leserinnen und Leser,

Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.

Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.

Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.

Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.

Sachsen-Anhalt: EU droht mit finanzieller Erpressung

11-09-2026, 10:31

von Thomas Oysmüller

Brüssel und Berlin haben (durchaus überraschend) die historische Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt akzeptiert. Bisher gibt es kein Narrativ einer „russischen Einmischung“, das zu einer Wahlaufhebung wie in Rumänien führen könnte. Doch Brüssel diskutiert bereits offen den Entzug von EU-Geldern – wie er jahrelang gegen Orbán letztlich erfolgreich durchgeführt wurde.

Sachsen-Anhalt könnte aus der pro-ukrainischen Kriegspolitik und der EU-Linie ausscheren. Die AfD und das BSW nehmen Sondierungsgespräche auf, die Bürger wünschen sich einen Politikwechsel. Die AfD ist mit 43,8 Prozent stärkste Kraft; das BSW, mit dem es inhaltlich die meisten Überschneidungen gibt, zog mit 5,3 Prozent in den Landtag ein. Die politische Elite in Brüssel und Berlin hat ein Problem.


Gelöst werden soll es offenbar mit jener Strategie, die jahrelang gegen Viktor Orbán umgesetzt worden ist und die wohl wesentlich zu seinem Sturz beigetragen hat: dem Entzug der EU-Gelder. Auch gegen Polen wurde das bereits gemacht.


Sachsen-Anhalt erhält aus dem EU-Haushalt 2021–2027 rund 2,95 Milliarden Euro, unter anderem für regionale Entwicklung, Soziales, Strukturwandel und den ländlichen Raum. Genau dieser Hebel könnte nun genutzt werden. Der grüne Europaabgeordnete Daniel Freund erklärte lapidar, eine AfD-Regierung handle gegen das europäische Projekt. Im Zweifel müsse die Kommission Gelder zurückhalten. Sollte die Partei „europäische Werte“ verletzen, werde er in Brüssel auf ein Einfrieren der Mittel drängen. Steuergeld aus Sachsen-Anhalt wird freilich dennoch in Brüssel landen.

Der parteilose Europaabgeordnete Friedrich Pürner hat dazu eine schriftliche Anfrage an die Kommission gestellt. Im Vorfeld der Wahl hätten EU-Politiker den Entzug von Milliarden für Schulen, Infrastruktur, Forschung, medizinische Versorgung und regionale Entwicklung diskutiert – ohne Widerspruch aus der Kommission.

Pürner fragt, ob solche Wortmeldungen als Einflussnahme auf Wähler wahrgenommen werden können. Er will wissen, wie Brüssel dem Eindruck entgegentreten will, Fördermittel hingen von der politischen Ausrichtung einer demokratisch gewählten Regierung ab. Und er verlangt die Bestätigung, dass weder Wahlsieg noch Regierungsbeteiligung einer Partei allein ausreichen, um Mittel zu sperren. Grundlage dürften nur konkret festgestellte Verstöße gegen Unionsrecht sein.

Gegen Viktor Orbán in Ungarn und gegen die PiS-Regierung in Polen hat die EU denselben Mechanismus eingesetzt. Unter Berufung auf Rechtsstaatlichkeit wurden dort Milliarden eingefroren. In Ungarn ging es zeitweise um Summen im zweistelligen Milliardenbereich.

Offiziell hieß es, es gehe um Justiz, Korruption und EU-Grundwerte. Politisch bedeutet das aber: Wer in Brüssel unerwünscht ist, wird über den Geldhahn diszipliniert. Auch Freund hatte dieses Vorgehen gegen Orbán vorangetrieben

.Juristisch zielt der Konditionalitätsmechanismus auf Mitgliedstaaten, nicht direkt auf Bundesländer. Praktisch können jedoch Programmgelder gestoppt werden, die auf Landesebene verwaltet werden. Die Drohung könnte also durchaus wirksam werden.

Noch liegt kein Kommissionsbeschluss vor. Es gibt auch keinen festgestellten Rechtsbruch einer neuen Magdeburger Regierung. Trotzdem wird der Entzug von Mitteln öffentlich als Folge eines Wahlergebnisses durchgespielt. Und die Abweichung von den „europäischen Werten“ würde man bei einer AfD-Regierung schnell finden.

Eine Mehrheit für die falschen Parteien kann Schulen, Straßen und Strukturwandelprojekte gefährden. Stefan Homburg sieht darin ein System: „Es geht letztlich immer um die Projekte der Globalfaschisten (WEF, EU, WHO, UNO), etwa Krieg, Klima, Corona. Nur wenige verstehen, dass die Grünen als deren nützliche Idioten fungieren. Regierungen, die nicht mitmachen, werden schlicht ausgewechselt.“

Bild Roy Zuo, (20260728 161022314 HDR) Ulrich Siegmund Infostand, CC BY-SA 4.0

Link zur Originalveröffentlichung.

Ähnliche Nachrichten

Der Politikwissenschaftler Michael Schäfer und „Ein Prozent“-Leiter Philip Stein diskutieren in dieser Episode nicht nur, welche Optionen die AfD unter der Führung von Ulrich Siegmund nun hat, sondern berichten auch davon, was die unzähligen Wahlbeobachter gestern wieder erleben mussten. 

Weiterlesen

Die Europäische Union will Social Media für Jugendliche unter 15 Jahren verbieten und eine Ausweispflicht im Netz installieren. Der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer erläutert die Pläne.

Weiterlesen

Mit einer auffallend optimistischen Rede beendete Bundeskanzler Friedrich Merz die Kabinettsklausur in Neuhardenberg – nur zehn Tage vor der Schicksalswahl in Sachsen-Anhalt.

Weiterlesen

Die politische Strategie der CDU. Das Festhalten an der Macht blockiert notwendige Reformen. Die Partei ist „halb untergegangen“ und verliert Wähler an die AfD.

Weiterlesen

Die einen Autototen führen zur Staatstrauer, die anderen werden vergessen. Die einen Kriege werden verdammt, die anderen vergessen. Ein Wal soll aufwändig gerettet werden, während zur selben Zeit viele andere massakriert, aber vergessen werden. Das sind drei für viele Beispiele, die zweierlei Maß zeigen. Die unterschiedliche Bewertung des eigentlich Ähnlichen folgt ideologischen Zielen, nämlich Macht und Profit.

Weiterlesen

In der neuen Folge spreche ich mit Karin Kneissl über die Achillesferse des Welthandels und die dramatische Eskalation im Nahen Osten. 

Welche geopolitischen und wirtschaftlichen Verschiebungen sich derzeit abzeichnen – und warum sie weit über die aktuellen Konflikte hinausreichen. 

Weiterlesen

„Journalismus ist kein Aktivismus“: 27-jährige Politikchefin über Medienkrise und das Phänomen Ben Bernt

Weiterlesen

In diesem Video spricht Alex über den Artikel 115c.

Weiterlesen
Calendar
«November 2026»
MoDiMiDoFrSaSo
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30 
Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 6 – Brauchen wir eine NBB für Deutschland?

Braucht Deutschland eine nationale Befreiungsbewegung? Teil 6 untersucht die These, die Bundesrepublik sei bis heute nicht vollständig souverän, und stellt die „Bürgerbewegung für Recht und Freiheit e. V.“ Im Mittelpunkt stehen die Nachkriegsordnung, das Grundgesetz und die Frage, ob sich aus den angeführten völkerrechtlichen Argumenten ein anerkannter Status bei den Vereinten Nationen ableiten lässt.

Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 5 – NBBs in Palästina / Israel / Russische Föderation

Was ist eine nationale Befreiungsbewegung, und wer entscheidet über ihre Legitimität? Im Nahostkonflikt berufen sich sowohl der Zionismus als auch die PLO auf das Recht auf Selbstbestimmung. Teil 5 untersucht, wie unterschiedlich Befreiungsansprüche begründet werden und welche Rolle dabei politische Interessen und internationale Anerkennung spielen.

Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 4 – Gegen Kolonialismus und Apartheid in Afrika, Asien und Amerika

Von Südafrika und Namibia über die Westsahara bis nach Vietnam und Nicaragua: Befreiungsbewegungen kämpften gegen Kolonialherrschaft, Apartheid und politische Unterdrückung. Teil 4 zeigt, wie unterschiedlich ihre Ziele, Strategien und internationale Anerkennung waren – und warum ihr Status bis heute umstritten sein kann.