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Gesellschaftliche Teilhabe geht am besten über Sprache
Südschleswigsche Wählerverband 27-02-2026, 10:54 reform, language
„Wer ständig mehr Integration fordert und beklagt, wo sie angeblich nicht funktioniert hätte, sollte ihre Grundlage nicht kaputt machen.“
Sybilla Nitsch zu TOP 16+19 - Zulassungsstopp für Integrationskurse unverzüglich aufheben, Erhalt der Integrationskurse (Drs. 20/4088, 20/4096)
Ein riesiges sprach- und integrationspolitisches Wirrwarr, so habe ich die letzten Wochen wahrgenommen. Das Trägerrundschreiben Integrationskurse hat viel Aufmerksamkeit bekommen.
Sie haben es jetzt mehrfach gehört. Das BAMF hat mitgeteilt, dass Menschen, die sich im Asylverfahren befinden, EU-Bürgerinnen und -Bürger, Geflüchtete mit Duldungsstatus und Geflüchtete aus der Ukraine künftig nicht mehr den Integrationskurs finanziert bekommen. Das heißt, nur noch Menschen mit bereits gesicherter Bleibeperspektive die Kurse auf staatliche Kosten besuchen können.
Integrationskurse umfassen 600 Deutsch-Stunden und 100 Stunden Orientierung.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen fünf Tage die Woche sprachliche und kulturelle Grundlagen des Landes, in dem sie Sicherheit finden wollen.
Sie beenden ihren Kurs mit Abschlusstests und erlangen Nachweise und weitere Zertifikate. Das ist in Deutschland wichtig. Das lernt man in so einem Kurs auch gleich mit.
Dass ausgerechnet diese Kurse drastisch gekürzt werden sollen, ist auf ein breites gesellschaftliches Unverständnis gestoßen. Kommunen, Unternehmerverbände, Handwerkskammern, Volkshochschulen, Sozialverbände, Geflüchtetenverbände, alle sind entgeistert und herrscht eindeutige Einigkeit zu diesem Missstand. Wir müssen natürlich als erstes die Situation der geflüchteten Menschen im Auge behalten.
Im Folgemoment lohnt es sich aber schon mal auf die Strukturen zu gucken.
Die Mindestteilnehmerzahl von 15 Personen gilt weiterhin. Der potentielle Personenkreis schrumpft nun aber. Das bedeutet AB JETZT, dass Kurse geschoben werden oder nicht zustande kommen, dass angestellte Lehrkräfte entlassen werden müssen und selbständige Honorarkräfte, die keine Aufträge erhalten, sich umorientieren.
Aktuell laufen bundesweit rund 19.500 Integrationskurse mit etwa 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 31 % von ihnen sind Ukrainerinnen und Ukrainer, 19 % befinden sich in einem laufenden Asylverfahren und knapp 9 % sollen Bürgerinnen und Bürger der EU sein.
Allein anhand dieser Zahlen wird deutlich: Die neuen Bundesvorgaben sorgen vor allem für eines – funktionierende Strukturen brechen weg.
Letzten Sonntag folgte dann die Ankündigung, die Arbeitsverbote, die für Geflüchtete in Asylverfahren gelten, früher aufzuheben. In Zukunft sollen sie auf drei Monate beschränkt sein, statt wie bisher auf ein halbes Jahr.
Eigentlich ein absolut lobenswerter Punkt. Aber ich sage Ihnen eins: man kann nicht das eine tun und das andere lassen. Spracherwerb und Arbeit, Beruf aber vor allem auch gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben , sind eng miteinander verbunden.
Und das kann nicht mit den Erstorientierungskursen aufgefangen werden, wie Dobrindt es ab dem kommenden Herbst vorsieht.
Denn im Gegensatz zu den normalen Integrationskursen mit 600 Unterrichts- und 100 Orientierungsstunden, umfassen Erstorientierungskurse nur knapp die Hälfte der Zeit.
Sie vermitteln grundlegende Sprachkenntnisse. Das reicht nicht.
Langfristig verzögert sich der Eintritt in den Arbeitsmarkt, weil es oftmals nicht ohne bestimmte Zertifikate und Nachweise geht. Sprachkenntnisse auf B1 Niveau sind häufig Grundvoraussetzung für Ausbildung und Beruf.
Und gerade hier in Schleswig-Holstein brauchen wir, unsere Betriebe, braucht unser Handwerk, dezentrale Strukturen für Spracherwerb und Integration.
Es wäre viel sinnvoller, mehr aus Arbeits- und Ausbildungsduldungen zu machen.
Insbesondere bevor man überlegt, Millionen auszugeben, um aus dem Ausland anzuwerben.
Die einzigen Argumente für diese Maßnahmen waren ein härterer Kurs und Kosteneinsparungen.
Aber hier wird an der falschen Stelle gespart. Kurzfristig mag sich das im Bundeshaushalt niederschlagen. Aber langfristig verzögert sich der Berufseinstieg. Sprachbarrieren und fehlende Qualifikationen sind die größten Hürden bei der Arbeitsmarktintegration. Unzählige Studien, etwa des Deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben das bereits belegt.
Wer ständig mehr Integration fordert und beklagt, wo sie angeblich nicht funktioniert hätte, sollte ihre Grundlage nicht kaputt machen und menschenunwürdige Regelungen beschließen.
Eines möchte ich noch kurz und knapp klarstellen:
Auch vor dem Hintergrund der Eindrücke aus der gestrigen Gedenkveranstaltung kann ich nicht verstehen, welche Gründe dafür sprechen sollten, Ukrainerinnen und Ukrainer oder Geduldete von den Integrationskursen auszuschließen.
Sie sind bei uns, weil in ihren Ländern Kriege wüten. Wir sollten ihnen jede Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe bieten. Und das geht am besten über Sprache.
https://www.ssw.de/themen/gesellschaftliche-teilhabe-geht-am-besten-ueber-sprache
Zur heutigen NDR-Wahlumfrage erklärt die Landesvorsitzende des SSW, Sybilla Nitsch:
„Mit 5 Prozent behauptet sich der SSW weiter auf dem hohen Niveau der letzten Landtagswahl. Das ist für uns eine starke Ausgangslage auf dem Weg zur Landtagswahl 2027.
read more..Wir richten uns an Initiativen, freie Medien, Telegram-Kanäle, engagierte Bürger und alle Menschen, die sich für Recht, Freiheit und demokratische Selbstbestimmung einsetzen.
read more..„Es ist mir unbegreiflich, wie die Bundesregierung in der aktuellen globalen Situation glauben kann, dass es richtig und vernünftig ist, verstärkt auf fossile Gaskraftwerke zu setzen, statt konsequent den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Es sind die dezentralen natürlichen Energiequellen, die uns unabhängig machen von anderen Staaten. Es sind die erneuerbaren Energien, die die Energiepreise senken.“
Dr. Michael Schunck zu TOP 36 - Fortführung der Förderung von kleinen Solaranlagen (Drs. 20/4376)
Die stellvertretende Generalsekretärin der Bayernpartei, Nadine Holzner, äußert sich zur aktuellen Entwicklung rund um den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung: „Ganztagesbetreuung kann eine sinnvolle Unterstützung sein.
read more..Der Münchener Rechtsanwalt Dr. Markus Rabe ist am 6. Januar zum neuen Präsidenten des Bundesschiedsgerichts gewählt worden. Neuer Vizepräsident ist der Rechtsanwalt Hans Müller. Für beide Volljuristen begann am 1. Januar offiziell ihre Amtszeit, heute konstituierte sich das Gericht.
read more..Das Oberlandesgericht Dresden hat entschieden, die Reststrafe der Linksextremistin Lina Engel zur Bewährung auszusetzen. Zuvor hatte der Generalbundesanwalt versucht, eine vorzeitige Entlassung zu verhindern. Der Bundesgerichtshof veröffentlichte dazu heute eine Pressemitteilung zu seinem Beschluss vom 6. Mai 2026. Der BGH hat entschieden: Lina kommt frei.
read more..Im Zuge der Krankenhausfusion von Diako und dem Franziskus-Hospital in Flensburg verschlechtert sich die Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen ab dem 1. März gravierend. In einem gemeinsamen Antrag mit Bündnis 90/Die Grünen fordert Stefan Seidler (SSW) die Bundesregierung darum auf, wirksame Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung zu ergreifen. Krankenhausfusionen dürften nicht dazu führen, dass medizinische Versorgungsaufträge faktisch ausgehöhlt werden, so wie es in Flensburg konkret der Fall ist.
read more..Helikopter-Eltern und Übermütter haben eine Generation großgezogen, die keine Niederlage kennt. Der Staat hat diese Rolle übernommen und perfektioniert. Das Ergebnis: Bürger die Sicherheit über Freiheit stellen, Verantwortung delegieren und beim ersten Gegenwind nach oben schauen. Das ist kein Generationenproblem. Das ist politisches Kalkül.
read more..Parteichef Große: „Es rächt sich, dass Bund und Länder auf dem linken Auge fast blind sind“
read more..Tag cloud
Über die umstrittensten Vorschläge der Rentenkommission wird bereits berichtet, vieles ist schon durchgesickert. Nun liegt erstmals die komplette Liste aller Empfehlungen vor. Nach Informationen des Handelsblatt umfasst der Abschlussbericht 33 Vorschläge für die Reform des Rentensystems. Die Ergebnisse sollen am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben werden.
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Schuld ist „die Welt“: Merz‘ politische Bankrotterklärung am Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt
Wer verstehen will, wie inhaltsleer und desolat zugleich die deutsche Politik ist, sollte sich ein gerade von Friedrich Merz veröffentlichtes Video anschauen. Der Ausschnitt des vom Bundeskanzler auf der Plattform X veröffentlichten Videos geht 1 Minute und 29 Sekunden und stammt vom „Tag der offenen Tür“, der am Sonntag im Bundeskanzleramt stattfand. Leerformeln bauen auf Verharmlosungen und von auch nur halbwegs vernünftigen Ursachenanalysen fehlt jede Spur. Da gibt es eine „Welt“ und eine „Industrie“, die sich „verändern“ – ganz so, als ob Politiker und weitere konkret benennbare Personen nicht für diese Veränderungen verantwortlich wären. Merz liefert politische Dampfplauderei – substanzlos, aber zugleich gefährlich. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.
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