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Merz bei Wahlkampf-Termin beschimpft und ausgepfiffen! | NIUS Live

1-09-2026, 21:01

Die Schicksalswoche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat für Bundeskanzler Friedrich Merz denkbar ungemütlich begonnen. Gestern Abend stand der CDU-Chef in Quedlinburg an der Seite von Ministerpräsident Sven Schulze auf der Bühne und warnte mit erhobenem Zeigefinger: Sachsen-Anhalt dürfe „kein Experimentierfeld für Wutbürger“ werden.

Kurz zuvor war Merz bereits in Kühlungsborn auf der Strandpromenade ausgepfiffen und beschimpft worden. „Kriegstreiber“ und „Pinocchio“ hallte es ihm entgegen, Rücktrittsrufe wurden laut. Der Kanzler wirkt in diesen Tagen weniger wie ein werbender Wahlkämpfer, der eine Vision präsentiert, sondern wie ein distanzierter CEO oder politischer Professor, der über den Wahlkampf dozierte, statt ihn selbst zu führen. Mit dem Tross aus Hauptstadtjournalisten rauschte er in Quedlinburg auf den Berg, sprach mit ausgewählten Leuten, gab ein knappes Statement und beschimpfte die Bürger gleich zweimal. Die CDU selbst scheint ihren eigenen Kanzler lieber zu verstecken – selbst im Heimatverband von Sven Schulze, der einer möglichen krachenden Niederlage entgegenläuft. Friedrich Merz zieht die Union runter, das hat man in der Partei offenbar begriffen.

Dann kommt Nikolaus Blome, Politikchef bei RTL und ntv, ins Spiel. Sein Kommentar klingt wie eine offene Drohung: Wenn die AfD in Sachsen-Anhalt regiert, gehen in Deutschland alle Uhren anders. Westdeutsche Länder sollen ein „rechtsextremistisches Regierungsexperiment“ nicht finanzieren, der Finanzausgleich könnte wegfallen, „Wessi-Wut“ droht. Jeder dürfe wählen, was er wolle – aber dann bitte mit den Folgen leben.

Merz und Blome wirken wie das letzte Gefecht eines Milieus, das seine mediale und politische Hegemonie schwinden sieht und nun mit Einschüchterung und Belehrung reagiert.

Bei NIUS Live sprachen NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt die NIUS-Reporter Alexander Kissler und Julius Böhm und Fußball-Legende Mario Basler mit Moderator Alex Purrucker über das Thema.
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