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EILMELDUNG: "Ich weiß, wer Nord Stream gesprengt hat"

14-10-2026, 20:15

Gast: Oliver Schröm

Sein Buch „Die Krebsmafia“ wurde gerichtlich verboten. Der Apotheker, der das erwirkt hatte, wurde später zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. „[…] Das zeigt auch manchmal die Absurdität.“

Oliver Schröm zählt zu den renommiertesten Investigativjournalisten Deutschlands und war maßgeblich an der Aufdeckung des Cum-Ex-Skandals mit über 50 Milliarden Euro Schaden beteiligt.

Seit rund 40 Jahren ist der ehemalige CORRECTIV-Chefredakteur im Geschäft und lässt sich bei seinen Recherchen auch von den Reichen und Mächtigen nicht einschüchtern: „In Deutschland verschwinden keine Journalisten. […] Man versucht, Dich in Deutschland eher ökonomisch irgendwie kaputt zu machen oder auszuhungern.“

Am Tag, an dem diese Folge erscheint, beginnt am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg das Verfahren gegen einen der mutmaßlichen Attentäter der Nord-Stream-Sprengung. Oliver sprach mit einem der mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags: „Es ist für mich unstrittig, dass es Ukrainer waren.“

Oliver zuzuhören ist wie einen Thriller zu schauen. Drei Stunden lang wusste er spannende Geschichten zu erzählen und interessante Fragen zu diskutieren. Wir sprachen darüber, welche Rolle Selenskyj bei der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines möglicherweise spielte, und er schilderte, wie er mit einem Kollegen als vermeintlicher Milliardär in einer Londoner Hotelsuite saß, um an Informationen zum größten Steuerskandal der Nachkriegsgeschichte zu gelangen.

Sein Job brachte ihm über die Jahrzehnte ungeahnte Einblicke in Machenschaften und Verstrickungen von Politikern, Unternehmern und Banken, aber auch Demut gegenüber seiner Arbeit: „Viele Kollegen wollen das nicht hören, aber wir Journalisten sind selten im Besitz der absoluten Wahrheit. […] Sondern unser Job ist, uns der Wahrheit so weit als möglich zu nähern.“
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