Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Liebe Leserinnen und Leser,

Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.

Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.

Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.

Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.

Eine Frage, Frau Fahimi: Steht die Gewerkschaft noch zur Pressefreiheit?

26-08-2026, 18:34

Seit 2025 sanktioniert die EU auch einheimische Journalisten wegen angeblicher „Informationsmanipulation“ und „prorussischer Propaganda“. Die Strafe: Vermögenssperre, Einreiseverbot. Für EU-Bürger kommt das einer Ächtung gleich. Der Vorstand der Journalistengewerkschaft DJU, die dem DGB angeschlossen ist, kann sich zu keiner Kritik durchringen, obwohl die Basis drängt. Ein Kommentar.

PAUL SCHREYER

Kürzlich beschloss die Mitgliederversammlung des Landesverbands Berlin-Brandenburg der Deutschen Journalisten-Union (DJU), dass die Gewerkschaftsspitze sich für die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen den in Berlin lebenden deutschen Journalisten Hüseyin Dogru einsetzen solle. Eine internationale Petition fordert das schon seit Monaten. Unterzeichner sind, neben 9.000 anderen, Yanis Varoufakis, Jeremy Corbyn, Gregor Gysi und Günter Verheugen. Doch die obersten Gewerkschafter bremsen. Auf Multipolar-Nachfrage übermittelte ein Sprecher von Verdi nun eine Stellungnahme des DJU-Bundesvorstands, der meint, beim Fall Dogru gehe es gar nicht um Pressefreiheit, denn:

„Es ist fraglich, wie die anfangs im russischen Staatsmedien-Netzwerk platzierte Plattform des Betroffenen zuletzt finanziert wurde und ob es sich hier um unabhängigen Journalismus handelt. Nur dieser wird durch die Pressefreiheit geschützt. Der dju-Bundesvorstand sieht daher – auch in Abstimmung mit dem ver.di-Bundesvorstand – keine Veranlassung, seine Haltung in dieser Sache zu ändern.“

Liebe Frau Fahimi! Nur unabhängiger Journalismus wird durch die Pressefreiheit geschützt? Wo, bitte, steht das? Im Grundgesetz, Artikel 5, jedenfalls nicht:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

„Jeder“ steht dort, nicht etwa „jeder unabhängige Journalist“ – eine Bezeichnung, die ohnehin in vielen Fällen eine Fiktion ist. Denn die Frage sei erlaubt: Sind Medien unabhängig, die von großen Unternehmen finanziert werden (Werbemarkt 2025: 35 Milliarden Euro), von Milliardären gesponsert (Bill Gates' Millionen an den SPIEGEL), oder sogar direkt von der Regierung subventioniert (220 Millionen erst geplant, dann gescheitert)? Was ist das, „unabhängige Medien“? Frei von Propaganda, frei von politischen Einflüssen? Wer will das bewerten?

Die Süddeutsche Zeitung berichtete im Juni:

„Dogru behauptet, dass er von 2022 an kein Geld mehr von Russland angenommen habe. Deutsche Geheimdienstler glauben ihm das nicht. Denn Dogru verlegte seinen Firmensitz 2022 nach Istanbul, außerhalb des Blicks europäischer Behörden. Dort gründete er eine Briefkastenfirma, während er mit seinem Team in Berlin blieb. (…) Bei den deutschen Sicherheitsbehörden ist die Rede von einem ‚Attribuierungsverfahren‘, das man veranlasst habe, also einer Untersuchung der Geldströme. Mit einem angeblich klaren Ergebnis. Die Spur habe nach Moskau geführt, sagt ein deutscher Beamter. Dogru streitet das ab. Er sagt, er habe sein Geld seit 2022 ganz selbständig verdient, mit Spenden und Werbung. Belege zeigen will er nicht.“

Das Statement des DJU-Vorstands („fraglich, wie die anfangs im russischen Staatsmedien-Netzwerk platzierte Plattform des Betroffenen zuletzt finanziert wurde“) unterstellt, die Frage sei von Bedeutung für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Sanktionen. Das dürfte sie indes kaum sein. Denn wenn der von einer Regierungsbehörde hingeraunte Verdacht einer fragwürdigen Finanzierung es schon rechtfertigen soll, dass – abseits des Rechtssystems, ohne jedes Gerichtsurteil – einem Bürger sein Vermögen gesperrt und seine Reisefreiheit entzogen wird, dann ist das ein Rückfall ins Mittelalter. Ist dieser Bürger dazu noch Journalist, also jemand, dessen Arbeit andere Bürger nutzen, um sich frei eine Meinung bilden zu können, dann ist die Gewerkschaft gefragt. Umso mehr, wenn diese von sich selbst sagt, „der Schutz von Medienschaffenden und die Verteidigung der Pressefreiheit bestimmt unsere Agenda“.

Aber vielleicht ändert sich diese Agenda auch gerade? Der von Ihnen, Frau Fahimi, geführte DGB erklärte vor einem Jahr:

„Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften [sehen] die Notwendigkeit, in Deutschland und Europa verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um gemeinsam verteidigungsfähiger zu werden. (…) [Wir] begrüßen (…) es ausdrücklich, dass die nun geschaffenen neuen Möglichkeiten für schuldenfinanzierte Verteidigungsausgaben erweitert wurden und nicht mehr nur für eine bessere militärische Ausstattung der Bundeswehr zur Verfügung stehen. Vielmehr können damit auch Maßnahmen des Zivil- und Bevölkerungsschutzes, der Cybersicherheit, der Nachrichtendienste und zur Unterstützung völkerrechtswidrig angegriffener Staaten, wie der Ukraine, finanziert werden.“

Mehr Geld für Rüstung mit dem Segen der Gewerkschaft? Der Rechtsanwalt Juan Branco erläuterte bei einer Veranstaltung im EU-Parlament im Mai, die Sanktionspraxis sei eine „Form der hybriden Kriegsführung“. Bei der Sanktionierung von Journalisten handele sich um eine gezielte Kriegsvorbereitung gegen Russland. Rechtsstaatlichkeit („rule of law“) werde ersetzt durch Kriegsrecht („rule of war“), so Branco, der schon Julian Assange juristisch vertrat.

Nimmt der DGB diese Entwicklung hin und opfert die Pressefreiheit nun dem Krieg um die Ukraine?

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde auch per Brief an Frau Fahimi gesandt. Sollte sie darauf reagieren, werden wir ihre Antwort ungekürzt an dieser Stelle veröffentlichen.

Link zur Originalveröffentlichung.

Ähnliche Nachrichten

Redebeitrag von Sebastian Maack (AfD) am 15.10.2026 um 12:40 Uhr (102. Sitzung, TOP 11)

Weiterlesen

Das Grundgesetz bildet seit 1949 die Grundlage der staatlichen Ordnung Deutschlands. Doch wie demokratisch legitimiert war seine Entstehung, wie stark haben die zahlreichen Änderungen seinen ursprünglichen Charakter verändert und welche Möglichkeiten hat das deutsche Volk, selbst über die Grundlagen seines Staates zu entscheiden? Diese Fragen führen zu einer grundsätzlichen Debatte: Reicht eine Reform des bestehenden Grundgesetzes aus, oder braucht Deutschland eine neue Verfassung?

Weiterlesen

Die Bedrohung durch Islamismus ist eindeutig. Seit Jahren sind wir durch den Terror dieser Steinzeit-Verbrecher bedroht. Ein Blick auf die Terrorangriffe seit 2001 genügt. Fast immer haben Mudschahedin, Hamas, Al-Qaida, der IS oder ISIS ihre verbrecherischen Finger im Spiel, wenn im Westen unschuldige Menschen sterben.

Weiterlesen

Russland hat nun auf die nationalen Maßnahmen aus Berlin reagiert und drastische Gegenmaßnahmen verkündet! 

Weiterlesen

BOZEN – In den vergangenen Wochen wurden in den Schützenkompanien des Südtiroler Schützenbundes die Kommandantschaften neu gewählt. In 32 Kompanien kam es dabei auch zu einem Wechsel des Hauptmannes.

Weiterlesen

In der neuen Folge spreche ich über die geopolitischen Entwicklungen dieser Woche: über den massiven Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta und die brisanten Vorwürfe aus Teheran, wonach dahinter eine gezielte Operation zur Destabilisierung Spaniens stehen könnte.

Weiterlesen

Auf Einladung des Südtiroler Heimatbundes reiste eine Delegation von Risveglio Tirolese am Samstag, den 9. Mai, nach Bozen, um die BAS-Ausstellung über die sechziger Jahre in der Laubengasse zu besuchen und um Gespräche mit dem SHB zu führen.

Weiterlesen

„Porsche will 5.000 weitere Jobs streichen“ lautet die Headline einer Meldung in ntv. Eine weitere der ungezählten schlechten Nachrichten der letzten Monate und Jahre. Doch ist sie das wirklich? Unser stv. Bundesvorsitzender Michael M. Schwarzer hat da Zweifel.

Weiterlesen

Ulrich Siegmund ist nicht nur Anwärter auf den Posten des Landeschefs in Sachsen-Anhalt, er ist zudem das, was man als charismatisch, charmant und smart bezeichnen könnte, wenn man ihm wohl gesonnen wäre.

Weiterlesen
Defizite des Grundgesetzes und die Frage nach einer neuen Verfassung. Teil IV – Grundproblem: "Blanko-Scheck-Diktatur"

Wahlen sollen politische Macht kontrollieren. Doch was geschieht, wenn Parteien, Fraktionen und politische Abhängigkeiten den Einfluss des einzelnen Bürgers begrenzen? Teil 4 fragt, wie Abgeordnete wirklich unabhängig werden können, wer für Verfassungsverstöße haften sollte und warum eine funktionierende Gewaltenteilung mehr braucht als Regeln auf dem Papier.

Defizite des Grundgesetzes und die Frage nach einer neuen Verfassung. Teil III – Verfassungsrealität in der BRD

Grundrechte sollen den Bürger vor dem Staat schützen. Doch was geschieht, wenn sie in Krisenzeiten eingeschränkt, politisch ausgelegt oder praktisch wirkungslos werden? Teil 3 fragt deshalb, wie Grundrechte so ausgestaltet werden können, dass sie tatsächlich gelten, staatliche Macht wirksam begrenzen und Verstöße persönliche Konsequenzen haben.

Defizite des Grundgesetzes und die Frage nach einer neuen Verfassung. Teil II – Subsidiaritätsprinzip

Der Staat lässt sich nach Ansicht seiner Kritiker nicht mit kleinen Korrekturen reformieren. Im Mittelpunkt steht deshalb die Frage, wie eine neue Verfassung aussehen müsste, die Freiheit zum Grundsatz erhebt, staatliche Eingriffe rechtfertigungspflichtig macht und politische Entscheidungen möglichst nah bei den Bürgern ansiedelt.